Sep 292019
 

Umwelt – Leben – Technik

Panik ist ein schlechter Ratgeber, da hat Boris Palmer schon recht – unter vielen anderen ähnlichen Meinungen. Auch Pessimismus mag vorerst eine naheliegende Reaktion sein auf die Fülle der Probleme, mit denen die Menschheit heute konfrontiert ist, aber echte Lösungen, wirkliche praktisch umsetzbare und gangbare Wege der Politik wird es nur geben können mit ruhiger Vernunft, Augenmaß und einer guten Portion Optimismus: Neben der menschlichen Dummheit ist sicher auch der menschliche Einfallsreichtum grenzenlos.

Es ist schwierig, aus der Vielzahl der Herausforderungen diejenige zu benennen, welche aktuell die größte ist. „Klima“ wird sofort gerufen, weil ein Endzeit-Drama drohe. Die Klima – Katastrophe bekommt apokalyptische Ausmaße, vom Ende des Planeten gar ist die Rede. Für einen Planeten, der schon mehrere Phasen völliger Verwandlung und beinahe Totalvernichtungen des Lebens durchgemacht hat, dürfte die derzeitige Situation recht belanglos sein. Die Zukunft der Erde hängt zum geringsten Teil vom menschlichen Handeln ab, vielmehr von astro- und geophysikalischen Entwicklungen und Ereignissen. Das ‚Leben‘ hat sich schon in der Vergangenheit unter völlig gewandelten planetarischen Verhältnissen neu erfunden. Aber es steht durchaus die „Zukunft der Welt“ auf dem Spiel, wenn man mit „Welt“ die Menschenwelt, unseren globalen Lebensraum, meint: die Welt, wie wir sie bisher kennen.

Die rasante Erderwärmung ist offenkundig wesentlich vom Menschen verursacht, darauf jedenfalls weisen alle bekannten wissenschaftlichen Fakten und Daten hin. Prognosen aufgrund der bestehenden Datenlage sind zwar von hoher Wahrscheinlichkeit, auch darin sind sich die Wissenschaftler einig, aber es sind dennoch Aussagen über Wahrscheinlichkeiten; kleine Änderungen in der Datenbasis können in der Berechnung große Auswirkungen haben (Schmetterlingseffekt). Nichtsdestoweniger müssen wir, also die Menschheit insgesamt, eine globale Anstrengung unternehmen, und zwar gemeinsam, jede Gruppe und Nation da, wo sie handlungsfähig ist, um den weiteren Temperaturanstieg wenigstens zu bremsen, soweit und solange das noch möglich ist (vgl. die „Kipppunkte“ in vorigen Beiträgen). Diese Anstrengung wird sich darauf konzentrieren müssen, den Anstieg von temperaturrelevanten Stoffen in der Atmosphäre (Kohlendioxid, Methan, Aerosole) drastisch zu vermindern. Um das zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Verringerung des Ausstoßes ist nur eine davon, natürliche oder technologische Reduktionen sind andere Möglichkeiten. Jedenfalls brauchen wir mehr und nicht weniger geeignete Technologie, mehr Einfallsreichtum und technologie- und lösungsoffene Förderung entsprechender wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung, und zwar rasch.

[Nebenmerkung: Wissenschaft ist keine Religion. Auch Wissenschaftler können irren (Beispiele: Phrenologie, Kraniometrie), und haben es schon oft getan. Nur die Daten sind objektiv innerhalb ihres Erhebungsrahmens. Schon ihre Auswertung, Bewertung und dann Extrapolation für künftige Szenarien enthält eine Menge variabler Elemente und unvermeidlich subjektiver Faktoren – sonst würde es ja nicht so viel Streit unter den Wissenschaftlern geben. Hier in der Klimafrage ist sich allerdings die überwältigende Mehrheit der internationalen Wissenschaft bemerkenswert einig. Darum ist davon als derzeit gültiger Faktenlage auszugehen.]

Das andere ist: Wir brauchen sehr viel mehr Vorsorge für die jetzt schon absehbaren Folgen der Klimaerwärmung in unseren Lebensräumen. Küsten- und Deichschutz, Wassermanagement, insbesondere bezüglich des Grundwasserspiegels, Luftreinigung von Feinstaub und Aerosolen, Waldmanagement im Blick auf Trockenheiten und klimagerechter Pflanzenauswahl (auch Neuzüchtungen), weitaus mehr als heute üblich ressourcenschonende landwirtschaftliche und industrielle Produktion, regenerative und schadstoffarme Energieerzeugung, intelligente Vernetzung und Nutzung vorhandener Energie, ein Recycling von Wertstoffen, das den Namen verdient (Verbrennen oder Exportieren ist kein ‚recycling‘, siehe unter Nachträge) und schon bei der Produktion von Gütern Beachtung finden muss (Zertifizierung), forcierte Entwicklung klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren, emissionsfreie Mobilität, wirksame Regulierung der Finanzmärkte (Vermeidung von ökonomisch und sozial schädlichen Fehlallokationen, Beispiel Immobilienmarkt) – und vieles andere mehr. Dieser kleine unvollständige Überblick soll zeigen, dass es keineswegs um rückwärtsgewandte Vernichtung von Industrie und Abbau von Arbeitsplätzen geht, sondern um deren weitreichenden Umbau und globale Weiterentwicklung gemäß den Erfordernissen des Klimawandels, wirtschaftlicher Anreize und sozialer Teilhabe. Wenn man auf diesen gesamten Bereich schaut, kann man mit Sicherheit sagen, das hier noch viel zu wenig umgedacht und entsprechend gehandelt wird. Hier wäre viel mehr vorausschauende Politik und weitsichtige Verantwortung nötig, welche die Menschen „mitnimmt“.

Bio Urban 2.0 (c) BiomiTech

Es bleiben aber weitere wesentliche globale „Baustellen“ offen. In vorigen Beiträgen hier im Blog ist schon die Rede von der weltweiten Migration, beschleunigt durch Kriege um Ressourcen, Bevölkerungswachstum durch Bildungsmangel und gleichzeitiger Verknappung landwirtschaftlich geeigneter Flächen, obwohl auch dafür weiterführende neue Entwicklungen denkbar sind. Eine weitere Herausforderung stellt das Eindringen von Mikroplastik in die Nahrungskette dar, wie es sich gerade vollzieht. Schon jetzt ist im Menschen (sogar Säuglingen) die Anreicherung von Mikroplastik im Körper nachweisbar. Die Auswirkungen sind bisher noch kaum bekannt und erforscht, bergen aber unabsehbare gesundheitliche Risiken. Weitere globale Problemanzeigen sind das erneute Anwachsen von Infektionskrankheiten durch multiresistente Keime, also durch das Versagen der klassischen Antibiotika-Medizin. Ein Spezialfall sind die bei uns bisher wenig beachteten, aber bedrohlich zunehmenden Fälle von Sepsis. Von weiteren Krankheitserregern, die wir keineswegs im Griff haben, von Malaria oder viralen Erregern mit Seuchenpotential könnte man viele Blogs füllen, ganz zu schweigen von der weiteren Ausbreitung von Krebs (auch bedingt durch höhere Lebenserwartung). Will sagen: Es gibt wirklich sehr vieles, was auf sehr vielfältige Weise den Lebensraum und die Lebensweise der Menschheit bedroht – und damit die Menschheit insgesamt. Zynisch und ironisch zugespitzt könnte man sagen: Vielleicht hat uns noch vor dem Klimatod eine Grippeseuche dahingerafft.

Von einer schwerwiegenden Bedrohung anderer Art ist nun noch zu reden: Von dem weltweiten Verlust des Vertrauens in Institutionen und Regierungen, vom Zerfall internationaler Zusammenarbeit, vom Vordringen nationalistischer Partikularisierung, vom Angriff auf Menschen- und Freiheitsrechte an vielen Orten der Erde, vom Anwachsen von Verschwörungstheorien, Gewaltbereitschaft, Radikalisierung, Terror und einer Wiedergeburt von Rassismus, Antisemitismus und ‚Faschismus‘ (siehe „Volksverhexer“) – ausgestorben war das freilich nie. Gerade der Antisemitismus ist so etwas wie der Lackmustest für den Grad von Humanismus und aufgeklärter Moral. Damit steht es nicht gut. In einer Epoche, in der wir eigentlich sehr viel mehr Vernunft, wissenschaftlichen Verstand, rechtsstaatliche Institutionen, weltweite Zusammenarbeit, Verständigungsbereitschaft und Kompromissfähigkeit nötig haben, darüber hinaus aufgeschlossen sein sollten gegenüber technischer Innovation und vielfältigen Lösungsansätzen, – genau in dieser Situation, wo alles nach Zusammenarbeit und phantasievollem Neustart schreit, wenden wir uns ab und altbekannten Mustern der Vereinfachung, der Feindbilder, der nationalen und religiösen Ideologien zu, die vorhandene Probleme und Herausforderungen eher noch verschlimmern, weil sie nun auch noch Teil des Problems und nicht Teil der Lösung sind.

Nötig ist in der Tat eine politische, ökonomische und ökologische, klimagerechte und sozialverträgliche, phantasievolle und innovationsfreudige (Digitalisierung) Neuausrichtung der gesellschaftspolitischen Agenda. Da fehlt noch viel, aber da zeigen sich auch neue Wege. Jugend ist nicht nur auf der Straße aus Lust an der Revolte oder Klima-Fanatismus, sondern weil sie sich von der gegenwärtigen Art, wie Politik funktioniert, ausgeschlossen und nicht ernst genommen sieht. Das, was „Rezo“ ausgelöst hat, gibt davon ausreichend Zeugnis. Jakob von Lindern hat dazu jüngst Beherzigenswertes und Treffendes geschrieben über die „Rezolution der Politik“. Recht hat er, und von guten neuen Chancen schreibt er, wenn man das Anliegen junger Menschen, die sich um ihre Zukunft betrogen sehen, ernst nimmt – sei es bei YouTube, sei es bei vielen Aktivisten von #FridaysForFuture. Gerade hier ist viel mehr Optimismus angesagt und Bereitschaft, neue Formen der Kommunikation für ein neues Gespräch der Generationen zu erproben. So könnte sich Politik jenseits der Parteien erneuern und etwas Neues ‚ausbrüten‘. Das wäre gut, eine wirkliche Chance zur Veränderung. Denn die, darin sind sich eigentlich alle einig, tut bitter not. „Gegen den Wandel des Klimas hilft nur der Wandel des Systems.“ (siehe Maja Göpel „Gebt die Privilegien auf!“).

Nachträge:

  1. In einem Artikel in der FAZ vom 30.09.2019 beleuchten die Ökonomen Prof. Dr. Kai Carstensen und Prof. Dr. Stefan Kooths in hervorragender Weise die Aufgabe einer vernünftigen Klimapolitik aus wissenschaftlicher Sicht: So geht vernünftige Klimapolitik – gut auf den Punkt gebracht.
  2. „Bei Circular Economy geht es nicht um Recycling, es geht nicht um Müllmanagement“, erklärte Antonia Gawel, die beim World Economic Forum die gleichnamige Initiative leitet. „Es geht darum, ein ganzes System neu zu designen und neu darüber nachzudenken, wie wir Produkte designen, nutzen, wiederverwenden, länger behalten und ihr Material weiterverwerten.“ Lies den Beitrag über Bits & Pretzels im Handelsblatt.

.art

 29. September 2019  Posted by at 18:06 Gesellschaft, Klima, Oekologie, Ökologie Tagged with: , , , ,  Kommentare deaktiviert für Moderne Klimapolitik
Sep 042019
 

Gesellschaftliche Polarisierung und Desintegration

Weltweit polarisieren sich Gesellschaften. Das scheint in stärkerem Ausmaß als früher zu geschehen. Den „Oben – unten“ – Gegensatz hat es immer gegeben. Ob Herr – Knecht, Fürst – Vasallen, Kapitalisten – Arbeiter, Establishment – Normalos, Elite – Masse, – die Gegensatzpaare sind vielfältig. Heute kommt die Polarisierung zwischen religiösen (ideologischen) Eiferern und Modernisten, zwischen nationalkonservativen Beharrungskräften und global-freiheitlichen Fortschrittsanhängern hinzu, mit den unterschiedlichsten Schattierungen. Starke Führer sind wieder gefragt, illiberale Autokraten und messianische Egomanen. Für viele scheint es keine Alternative zu geben, die auf Rationalität, Diskussion und Ausgleich setzt. Kompromiss wird verpönt, ebenso Langfristperspektiven, wenn sie dem eigenen Machtausbau entgegenstehen. All dies kann mit Namen als Symbolen benannt werden und ist sattsam bekannt.

Es türmen sich aber auch weitere gesellschaftliche Probleme auf, die offenbar nicht nur bisher bekannten Erklärungsmustern entsprechen. Fragmentierte Gesellschaften hat es immer gegeben, kann auch gar nicht anders sein, weil Menschen und Gruppen sich unterscheiden, aber das Ausmaß der Fragmentierung (Minoritäten, Majorisierung, Ausgrenzung, Rassismus) ist heute doch so erheblich, dass eine neue Qualität erreicht scheint. Auch Kriminalität hat es zu allen Zeiten gegeben, wobei auch das Verständnis dessen, was als „kriminell“ oder als „terroristisch“ gilt, von Standpunkten und Herrschaftsinteressen abhängig ist. Die Konzentration von immer mehr Menschen in wachsenden Megacities treibt anarchische Entwicklungen auf die Spitze. Aber sind es wirklich Fehlentwicklungen, wenn es keinen gesellschaftlichen Ausgleich und vor allem auch kein Ausweichen gibt? Das stetige Wachstum der Weltbevölkerung verbunden mit dem Schrumpfen nutzbarer Lebensräume führt zu etwas, was die Schweizer vor Jahren polemisch als „Dichtestress“ bezeichnet haben. Global kann man aber sehr wohl von gesellschaftlichen Verdichtungen sprechen, die trotz räumlicher Enge und Vernetzung Kommunikation zwischen verschiedenen Gruppen erschweren und zu archaischem Abwehrverhalten und fanatischen Abgrenzungen führen. Parallelgesellschaften und Subkulturen (Clans) werden da eher die Regel als die Ausnahme sein. Wieweit der demokratische Rechtsstaat dem überhaupt gewachsen ist, muss sich noch zeigen.

Natürlich verlaufen diese Entwicklungen nicht überall gleichmäßig und stetig, aber eben doch gleichzeitig und oft abrupt in unterschiedlichen Zonen und Regionen. Als Beobachter ist man oftmals erstaunt, wieviel ähnliche Entwicklungen und Herrschaftsreaktionen auf ganz unterschiedlichen Kontinenten und in gesellschaftlich und historisch völlig verschiednenen Herkunftgeschichten anzutreffen sind: Trump, Bolsonaro, Duterte zum Beispiel weisen Gemeinsamkeiten auf, die es analytisch zu beschreiben und zu erklären gilt. Da ist einfach zu viel Ähnlichkeit, als dass es nur Zufälle sein können. Der Hinweis auf globale Vernetzungen ist eine Leerformel, die mit konkretem Inhalt gefüllt werden muss, wenn sie nicht andererseits Verschwörungstheorien Vorschub leisten soll.

Wie viele Menschen erträgt die Erde? (c) watson

Ein Kennzeichen der heutigen globalen Welt ist es (im deutlichen Unterschied zu früheren Epochen), dass es kein Ausweichen, keine „Auswege“, keinen freien Raum mehr gibt. Man kann nirgenwo hingehen oder hinziehen, um den Auswirkungen des Klimawandels, der Vermüllung, der sozialen Verdichtung zu entkommen. Es gibt keine terra incognita mehr, die wie einst Australien als Ausweichlösung für gesellschaftliche Probleme (Sträflinge in England) dienen könnten. Wirkliche Wildnis, die dennoch Lebensraum für größere Menschengruppen (wie einst die Quäker in Nordamerika) bieten könnte, gibt es überhaupt nicht mehr, oder in solch geringem Maße, dass es dahin nur einzelne „Aussteiger“ schaffen können. Statt dessen ballen sich Konflikte und Interessenunterschiede in Großräumen wie Dallas, Hongkong, Kairo, oder Mexiko City. Diese Entwicklung der Verdichtung, der Abgrenzung, Ausgrenzung, der Polarisierung und Fanatisierung wird zunehmen, wenn die Klimaveränderung und das Wachstum der Weltbevölkerung so zunehmen, wie zu erwarten ist. Man muss schon gruppendynamische und gesellschaftspsychologie Betrachtungsweisen hinzuziehen, um in etwa abschätzen zu können, was der sich anbahnende Stress sozial und individual bewirken kann.

Es geht um ziemlich fundamentale, archetypische Gegensätze: Kampf um die letzten Ressourcen, (Über-)Lebensraum für die eigene Gruppe / Sippe / Clique / Familie, Entscheidung über die finalen Machtverhältnisse im globalen Wettstreit, ökonomische Vorteile, obwohl diese durch zunehmende ökologische Ungleichgewichte konterkartiert werden. Dem Klimawandel entkommt niemand. Eine wirkliche Veränderung der bisherigen Trends und Tendenzen ist bisher nirgendwo sichtbar geworden. Es ist eher erstaunlich, wie kleinkariert und engstirnig der gesellschaftliche Diskurs hierzulande geführt wird, als ob die Führungsfrage einer Partei überhaupt noch irgend eine politisch relevante Auswirkung hätte. Nicht nur die Parteien in Deutschland kreisen um sich selber, auch Europa verharrt im Kleinklein mühsamen Interessenausgleichs bzw. starrer Interessenverteidigung. Internationale Organisationen, die auf rationalen Ausgleich bedacht und verpflichtet sind, verlieren an Bedeutung. Wen interessiert derzeit noch, was gerade im UN – Sicherheitsrat verhandelt und wieder einmal nicht beschlossen wird? Auch internationale Wirtschafts- und Finanzinstitutionen (OECD, IUMF / IWF) sind davon betroffen, wenn erst einmal beliebige Gruppen sich ihre „Libra“ schaffen können.

Die Zunahme von globalen Antagonismen und die Verknappung von Ressourcen und Frei-Räumen führen jetzt schon zu Erscheinungen der Desintegration, wenn auch noch mit einigen Widerständen. Es ist mit weiter fortschreitender Desintegration und Dissoziation zu rechnen. Unter Druck reagieren Lebewesen instinktiv, und Menschen sind da keine Ausnahme. Die Instinkte werden aber nur zu weiteren archaischen Verhaltensweisen führen und der rationalen Lösungssuche weiter den Weg verbauen. Rationalität und das Bemühen um Objektivität (Sachlichkeit, Wahrhaftigkeit) hat es bekanntlich heute schon sehr schwer. Es wird vermutlich keine vorübergehende Erscheinung sein. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass es Wohlmeinende , Gutwillige, sachlich Engagierte und Verantwortliche doch noch irgendwie schaffen, Zeit und Gelegenheit für bessere Lösungen zu finden. Hierbei kann Vernetzung in der Tat helfen. Nicht die digitale Revolution entfacht Hoffnung, aber die dadurch gegebenen Möglichkeiten zur Interaktion und gemeinsamen Aktionen derer, die es nicht einfach treiben lassen wollen. Man muss nur wollen und die heutigen Möglichkeiten nutzen, dann werden sich auch Wege eröffnen, die bisher nicht sichtbar sind. Auch wenn sie klein ist: diese Hoffnung bleibt.


Nachtrag 5. September:

Gerade habe ich den Beitrag „Letzte Chance“ von Ralf Fücks zu Gesicht bekommen. Ich teile seine konzentrierte Darstellung fast uneingeschränkt. Sie bringt die hier besprochenen Dinge auf den Punkt.

Kritisch anmerken möchte ich, dass Fücks das Wachstums der Weltbevölkerung mit dem üblichen Hinweis auf Malthus und dessen Irrtum abtut. Dabei verkennt er die neue Lage, die dadurch entstanden ist, dass das Bevölkerungswachstum als Problem an die Klimaveränderung durch die Verknappung der Ressourcen gekoppelt ist.

Zum andern teile ich nicht den Optimismus, durch eine ökologische Erneuerung der Industrie und durch grüne Innovationen in Deutschland und Europa die globale Herausforderung eines grundlegenden Wandels der Produktion und Konsumption lösen zu können. Die Vorbildfunktion eines grünen Modells Europa wäre mehr als zweifelhaft. Die gegenläufigen Tendenzen zeigt er selber auf. Allerdings gebe ich zu: Einen anderen Weg sehe ich auch nicht.

art.

 4. September 2019  Posted by at 11:50 Demokratie, Gesellschaft, Gewalt, Klima, Zukunft Tagged with: , , , , , ,  Kommentare deaktiviert für Gesellschaft kaputt
Sep 022019
 

Das Finale der Menschheit

Für die Zukunft der Menschen auf diesem Planeten sieht es düster aus. Es gibt zwei große Probleme, die sich sogar teilweise auf eines zurückführen lassen: Die weitere Zunahme der Weltbevölkerung und die rasante Veränderung des Klimas, verursacht durch steigende Erwärmung. Diese Erwärmung des Planeten hat direkt mit der wachsenden Weltbevölkerung zu tun durch die Art und Weise, wie Menschen leben und ihre Energie erzeugen.

Es könnte so einfach sein. Man müsste nur die fortwährende Einstrahlung der Sonne, zumindest einen winzig kleinen Teil davon, unmittelbar in nutzbare Energie umwandeln können. Das scheint aber in wirklich großem Maße unmöglich zu sein. Also beziehen wir unsere Energie indirekt von der Sonne: durch Nutzung vom Holz der Bäume, sei es aktuell durch Verbrennen, sei es in Form ihrer fossilen Formen Kohle, Öl, Gas. Nur die Solarenergie wandelt Sonnenlicht in nutzbare Energie um, allerdings ist der Maßstab, in dem das geschieht, verschwindend gering. Auch Windenergie ist indirekte Sonnenenergie, wird doch das Wettergeschehen, das zu Winden führt, durch die Sonneneinstrahlung erzeugt. An der Art der Energiegewinnung hängt aber alles.

Menschen haben zu allen Zeiten das, was sie in der Natur vorfanden, zur Erzeugung von Energie genutzt: Holz, Wasser, Thermen. Schon im Altertum wurden darüber hinaus die Wälder ganzer Gebirge abgeholzt, um Baustoff für Schiffe zu haben (Libanon, Appenin). Mehr noch: Der neugierige, erfindungsreiche homo sapiens ist nicht nur ‚einfach so‘ aus Afrika ausgewandert, sondern womöglich schon damals durch klimatische Veränderungen motiviert, um anderswo neuen Lebensraum zu finden bzw. für sich zu erobern. So hat sich die wachsende Population des homo sapiens schließlich über die ganze Erde verbreitet, und soweit wir heute wissen, gibt es nur sehr wenige Bereiche (wie die Antarktis), in die nicht schon der ‚alte Mensch‘ vorgedrungen wäre.

Planet Erde vom Mond aus (pd pxhere)

Dann aber kam der Mensch der Neuzeit! Ich fasse Neuzeit weit als den Zeitabschnitt, in dem Kontakte und Austausch von Menschengruppen und Zivilisationen / Kulturen über Kontinente hinweg institutionalisiert wurden. Handelswege, neue Waren und Erzeugnisse, neues Wissen. Es gehört zum Menschen hinzu, seine Neugier, seinen Wissensdurst, seinen Einfallsreichtum und seine Erfindungsgabe zum eigenen Vorteil zu nutzen. Soweit wir wissen, sind alle älteren Zivilisationen, von denen städtische Ansammlungen zeugen, hierarchisch gegliedert gewesen. Einer war immer da als Stärkster, als Anführer – König – Gott, der sich andere Abhängige zu Diensten machen konnte. Ungleichheit war stets weit verbreitet, und die Kunde von egalitären Gesellschaften ist auf sehr isolierte Gemeinschaften (Inseln, Urwälder) beschränkt geblieben. Speziell in Europa bedeutete spätestens seit der Rennaissance Wissen Macht. Wissen konnte die Wirkung der Gewalt durch „Schwerter“ exponentiell steigern. Wissen bedeutete zugleich, sich die „Schätze der Natur“ nutzbar zu machen zur Ausdehnung der eigenen Macht und Herrschaft. Es war immer eine unmittelbare, gewalttätige und, wenn man so will, ‚räuberische‘ Aneignung der Natur, was Marx später im Hinblick auf das Entstehen der bürgerlichen Gesellschaft als „ursprüngliche Akkumulation“ bezeichnet hat. Im Grunde genommen war es dasselbe Vorgehen, das alle Eroberer angetrieben hat von Alexander über Karl bis zu Dschingis Khan und darüber hinaus. Nur einige dieser Eroberer sind geblieben, um sich das Land mit seinen „Schätzen“ anzueignen und die vorherigen Völker als Besitzer zu vertreiben oder zu vernichten. Die Eroberung der „Neuen Welt“ (Amerika) und des Schwarzen Kontinents (Afrika) verlief nach diesem Muster; für Asien trifft das nur teilweise zu, weil Asien mit seinen unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften einfach zu groß und widerständig war, um von Europa einfach einverleibt zu werden. In der Geschichte des Kolonialismus kommt es allerdings ebenso gut vor.

Diese gewaltsame Aneignung von Menschen (Sklaverei), Ländern und Kontinenten fand ihre Entsprechung oder auch Fortsetzung in der zielgerichteten Ausbeutung der Natur. Durch die Entdeckung neuer Formen der Energiegewinnung konnten in bis dahin nicht gekanntem Ausmaß Naturschätze gehoben und ausgebeutet werden. Die Industrialisierung setzte dafür enorme Kräfte frei, wie sie andererseits selber durch das Heben neuer Ressourcen ein ungeahntes Potential aufbauen und entfalten konnte. Zum erste Mal in der Menschheitsgeschichte wurde mit der Elektrifizierung Energie zu einem andauernden, möglichst unterbrechungslosen Angebot rund um den Erdball. Ein Blackout gehört heute zu den Schreckensszenarien unserer globalen Industriegesellschaft. Die ständig wachsende Nachfrage nach omnipräsenter Energie schuf ein Angebot, das die Ausbeutung und Erzeugung von Energie auf ein Höchstmaß erweiterte. Erst dadurch wurden auch moderne Produktionsweisen möglich, die schließlich nicht nur Mensch und Maschinen umfassten, sondern die gesamte belebte Natur zum verwertbaren Angebot in Besitz nahm. Ohne die ständige Zufuhr von Energie keine industrielle Produktion, keine Massentierhaltung, keine Megacities. Heute sind wir an einem Punkt, an dem allein die Kommunikation mittels Internet mehr Energie verschlingt als alle normalen Haushalte zusammengenommen.

Wir sind aber auch an einem Punkt, an dem es nicht mehr so einfach weitergeht. Der Raum des Erdballs ist begrenzt, Ressourcen sind begrenzt, die Erzeugung und Verteilung von Energie ist begrenzt (bisher nur dadurch verdeckt, dass noch Teile ganzer Kontinente nicht auf dieser intensivsten Ausbeutungsstufe stehen). Aber die weitere Zunahme der Weltbevölkerung allein ist schon Anlass genug, noch mehr zu produzieren, Mensch und Natur noch weiter auszubeuten, für noch mehr Energiefluss zu sorgen – und noch mehr Reichtum für wenige zu erschaffen. Die Entwicklung ist dabei, sich zu überhitzen – und zugleich den Erdball aufzuheizen, wie wir es bisher noch nicht kannten. Nur am Rande sei erwähnt, dass die Probleme der Migration, der Vemüllung, der Kriminalität und unmittelbaren Gewalt wegen Drogen und Menschenhandel nur Auswirkungen der bisher skizzierten massiven Ausbeutung und Nutzung von Mensch, Tier und Natur als Mittel zum Zweck sind. Das Wachstum von Reichtum und Herrschaft aber ist dasselbe nach Art der „Raubritter“ geblieben.

Wendepunkt oder Endpunkt, das ist heute die Frage. Denn die Natur schlägt zurück: Das Klima verändert sich durch die menschlichen Einwirkungen rasant, Gletscher schmelzen, Ozeane steigen, Unwetter nehmen zu, Hitzeperioden und Trockenheit machen zunehmend weite Regionen erschwert oder gar nicht mehr bewohnbar. Migration ist die unmittelbare Folge und treibt den negativen Kreislauf weiter an. Es scheint, als trennten uns nur noch wenige Generationen vom Kipppunkt, vom Point of no Return. In welcher Weise die Menschheit das überstehen wird, wer überleben wird, wie überlebt werden kann – alles offen. Dem Planeten ist das sogar völlig egal. Er mag aus anthropogener Sicht „kaputt“ gehen, aber „Natur“ geht niemals kaputt, sie wird nur transformiert, geht in andere Zustände neuer Gleichgewichte über. Ob darin noch Menschen vorkommen, ist von außen betrachtet unerheblich. Dumm nur, dass wir keinen Punkt haben, den Planeten, unsere „Welt“, von einem Standpunkt außerhalb zu betrachten und zu beeinflussen. Wir sind und bleiben mitten drin. Und hier in diesem planetarischen Schlamassel, den wir als Menschen angerichtet haben, rettet uns in der Tat kein höheres Wesen. Wir müssten es schon selber tun.


Nachtrag 5. September:

Gerade habe ich den Beitrag „Letzte Chance“ von Ralf Fücks zu Gesicht bekommen. Ich teile seine konzentrierte Darstellung fast uneingeschränkt. Sie bringt die hier besprochenen Dinge auf den Punkt.

Kritisch anmerken möchte ich, dass Fücks das Wachstums der Weltbevölkerung mit dem üblichen Hinweis auf Malthus und dessen Irrtum abtut. Dabei verkennt er die neue Lage, die dadurch entstanden ist, dass das Bevölkerungswachstum als Problem an die Klimaveränderung durch die Verknappung der Ressourcen gekoppelt ist.

Zum andern teile ich nicht den Optimismus, durch eine ökologische Erneuerung der Industrie und durch grüne Innovationen in Deutschland und Europa die globale Herausforderung eines grundlegenden Wandels der Produktion und Konsumption lösen zu können. Die Vorbildfunktion eines grünen Modells Europa wäre mehr als zweifelhaft. Die gegenläufigen Tendenzen zeigt er selber auf. Allerdings gebe ich zu: Einen anderen Weg sehe ich auch nicht.

art.

 2. September 2019  Posted by at 18:49 Gesellschaft, Klima, Zukunft Tagged with: , , , ,  Kommentare deaktiviert für Planet kaputt
Jun 302019
 

Mehr als das Drehen an Stellschrauben

Auch nach den vorsichtigeren Modellen des Weltklimarates (IPCC) wird sich die Klimaveränderung fortsetzen und die Temperaturkurve des Weltklimas weiter ansteigen. Es ist durchaus richtig, von Klimakrise zu sprechen und nicht nur von Klimaveränderung. Denn man muss davon ausgehen, dass der kritische Punkt erreicht, wenn nicht gar überschritten ist. Der kritische Punkt bezeichnet ein Verhalten des Klimas, das bereits jetzt erhebliche Veränderungen und nachhaltige Schäden hervorruft (Eisschmelze, Dürrezonen, Meereserwärmung). Wenn der Temperaturanstieg nicht gestoppt wird, ist mit einer Zunahme von sogar kurzfristig beobachtbaren Klimaveränderungen und gravierenden Wetterereignissen zu rechnen. Darum gilt die Forderung nach einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2°, besser 1,5° (Pariser Klimabkommen) im Vergleich zum vorindustriellen Niveau.

Etwas Besonderes ist der Kipp-Punkt: Er ist dann erreicht, wenn trotz aller menschlichen Maßnahmen die Klimaveränderung eine Eigendynamik entwickelt, die nicht mehr zu stoppen ist ( irreversible Rückkopplungen durch Kippelemente im Erdsystem ). Die Liste solcher Kippelemente ist lang und wird länger. Einzelne Punkte daraus sind uns durchaus aus der öffentlichen Diskussion geläufig wie das Schmelzen der Gletscher und des Polareises, das Verschwinden der Korallenriffe, Verringerung der Waldflächen, Auftauen der Permafrostböden usw. Wann ein solcher globaler Kipppunkt erreicht ist, lässt sich wohl erst im Nachhinein feststellen, – dass wir nahe daran sind und ihn eventuell bereits überschritten haben, ist eine begründete Vermutung. Darum ist das Wort „Klimakrise“ angemessen und zutreffend. Die Menschheit steht an einem Scheideweg.

#Showyourstripes

Zunächst erscheint die Alternative zwischen „weiter so“ und „Handlungen ändern“ einleuchtend und einfach zu sein. „Weiter so“ wollen nur noch die harten ‚Klimaleugner‘ (Kurzform, es müsste ja heißen Klimaveränderungsleugner), sei es dass sie das Reden über eine Klimakrise für Unsinn oder gar eine Verschwörung halten, sei es dass sie nicht gewillt sind, ihre nationale Politik gegenüber Industrie, Energieerzeugung und Arbeitsplätzen zu ändern bzw. ihr „zu schaden“ (so US-Präsident Trump jüngst auf dem Osaka-Gipfel). Keine Veränderung bedeutet „komme, was da wolle“. Die Hoffnung ist: Irgendwie schaffen ‚wir‘ das schon (Bolsonaro). Das mag stimmen, nur werden die vermutlich immensen Kosten (finanziell, sozial, humanitär) einer solchen Haltung ausgeblendet. Abgesehen davon ist diese Haltung aber deswegen abwegig und unvernünftig, weil sie nicht unterscheidet zwischen vielen einzelnen womöglich ungünstigen Faktoren und dem Basissystem unserer Lebensgrundlagen insgesamt. Werden diese Lebensgrundlagen angegriffen, ist „alles“ gefährdet. Ich komme darauf zurück. [siehe unten]

Also bleibt der zweite Weg „Handeln ändern“. Politisch scheint das gegenwärtig der einzig gangbare Weg zu sein, auch wenn die meisten weitreichenden Änderungen bloße Absichtserklärungen sind: Beendigung der Kohleverstromung, CO2-Bepreisung, erneuerbare Energien (derzeit bei 40 %), emissionsfreie Mobilität. Jede einzelne Maßnahme ist äußerst komplex und wäre eine eigene Diskussion wert – und sie wird in der Öffentlichkeit durchaus kontrovers geführt. Der „Kohlekompromiss“ lässt wenigstens den Willen zur Einigung erkennen. Vorausgesetzt, wir setzen das alles erfolgreich und zeitnah in Deutschland um, wäre das Klima dann „gerettet“? Wohl kaum, und das nicht einmal, weil der deutsche Beitrag zum Klimaschutz international gesehen zahlenmäßig äußerst gering ist. Beispielhaft zu handeln wäre ja auch schon ein Pluspunkt.

Es geht aber eigentlich um viel mehr und um etwas ganz anderes. Denn all diese und weitere Handlungsoptionen für ein ‚klimabewussteres‘ Handeln und Gestalten auf allen politischen Ebenen ist auf nahe Sicht ohne Zweifel gut und richtig, aber es ist bei allen guten Absichten ein unzureichender Ansatz auf sekundären Ebenen. Nicht nur veränderte Handlungen sind zu bewerkstelligen, sondern ein anderes Verhalten ist zu üben. An konkreten „Stellschrauben“ Veränderungen in Angriff zu nehmen, um „Klimaschutz“ zu betreiben, ist wahrscheinlich politisch die einzige realistische Möglichkeit. Es steht aber zu befürchten, dass die Maßnahmen allesamt zu kurz greifen. Das kommt in den Blick, wenn man auf die Kette der Ursachen und die Ausmaße der Wirkungen schaut.

Der Maßstab des IPCC gibt einen Hinweis auf die Ursachen: das vorindustrielle Niveau der Klimadaten – die Industrialisierung. Ein oft gebrauchtes Bild zeigt die Auswirkungen plastisch: Wir verbrauchen die Ressourcen von 2 Planeten („Welterschöpfungstag“ WWF). Innerhalb der EU verbrauchen wir schon die Ressourcen von 2,8 Planeten, wenn alle so leben würden wie wir. Das eine weist auf den ungefähren Zeitpunkt einer Produktionsveränderung als Ursache (Industrialisierung), ohne genau aufzulisten, welcher Art diese Auswirkungen sind. Auf jeden Fall gehört die enorme Steigerung des Ausstoßes von Treibhausgasen dazu, die durch den massiven Einsatz von fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl, Erdgas) freigesetzt werden. Zu den Folgen der Industrialisierung gehört dann eine Wirtschaftweise, die Ressourcen von Jahrmillionen ausbeutet und sie binnen vergleichsweise kürzester Zeit in einen globalen Produktions- und Wirtschaftskreislauf einbringt und ‚verbraucht‘. Die Annahme eines Ressourcenverbrauches von „mehr als einem Planeten“ beruht auf der Einsicht, dass für ein stabiles Gleichgewicht von Klima und Umwelt nur so viel Ressourcen verbrauchen werden dürfen, wie unser Planet nachhaltig zur Verfügung stellt. Beide Blickrichtungen, die auf die Ursachen und die auf die Folgen, müssten nun im Einzelnen erörtert werden – die dazu vorhandene Literatur ist nahezu uferlos, beginnend mit dem Bericht des Club of Rome „Grenzen des Wachstums“ 1972 bis hin zu den jüngsten Veröffentlichungen des IPCC, des WWF und anderer.

Hier nur einige Hinweise. Die Industrialisierung ist eine zunächst lokale Veränderung der Produktionsweise durch den Einsatz von Maschinen (Dampfmaschine) als Ersatz bzw. Ergänzung menschlicher Arbeitskraft. Dieser Prozess hat sich zum einen global ausgeweitet, zum anderen als eine gesellschaftliche Transformation verwirklicht (Kapitalismus, Liberalismus, Marxismus). Auswirkungen auf die Umwelt waren ursprünglich überhaupt nicht im Blick: Umwelt gab es einfach immer. Kolonialisierung, Vernetzung und Digitalisierung haben diesen Prozess in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten exponentiell erweitert („Industrie 4.0“) Seit dem Zusammenbruch der sozialistischen Sowjetunion und dem staatskapitalistischen Aufstieg Chinas ist der Kapitalismus das wesentliche Paradigma der globalisierten internationalen Wirtschaften geworden. Er beruht nach wie vor auf „Wachstum“ von Ressourcen, Produktion und Kapital. Auch die Landwirtschaft hat sich weltweit längst zu einer hochintensiven Agroindustrie gewandelt. Wir leben vom Öl, wir arbeiten mit Öl, unser (einseitiger) Wohlstand beruht auf Öl, – sofern Öl hier einmal für fossile Energie und Rohstoffe insgesamt stehen mag. Das Anthropozän ist immer zugleich Petrozän + Kapitalismus.

Die Auswirkungen reichen weiter, als auf den ersten Blick ersichtlich. Es sind ja nicht nur „Schadstoffe“ wie Abgase, Gülle und Pestizide, die die Umwelt belasten. Der gesamte Ausstoß von Plastik müsste als Eintrag in die Umwelt gewertet werden, sofern er nicht wirklich nachhaltig abgebaut wird; Export und Verbrennen („thermische Verwertung“) gehören definitiv nicht zu einem nachhaltigen Abbau. Erst allmählich ist es in das Bewusstsein gerückt, dass unsere Erde tatsächlich endlich ist, und auch Mond und Mars absehbar keinen Ausweg versprechen. In diesen Tagen jährt es sich zum 50. Mal, dass ein Mensch seinen Fuß auf die Mondoberfläche setzte. Die Mondfahrer bemerkten aus der Ferne, wie klein und zerbrechlich der Planet Erde ihnen erschienen ist. Aber eine wirkliche Konsequenz wurde aus dieser Einsicht bis heute nicht gezogen. Wir leben, arbeiten, produzieren und verbrauchen weiter, als gäbe es kein Morgen, als gäbe es keine Endlichkeit. Insbesondere die digitalen Megakonzerne behaupten, die Grenzenlosigkeit der menschlichen Möglichkeiten zu verwirklichen (siehe dazu aktuell Evgeny Morozov). Doch im Grunde heben sie nur den Kapitalismus auf seine nächste, digitale und globale Stufe – damit alles (Machtverhältnisse) bleibt, wie es ist.

Wenn der Satz richtig ist, dass wir nach wie vor von fossilen und anderen endlichen Ressourcen leben; wenn es ferner zutrifft, das die Weltbevölkerung demnächst die 10 Milliardengrenze erreichen wird (2050), wenn außerdem richtig ist, dass unsere gesamte Lebensweise auf einer massiven Überbeanspruchung der natürlichen, d.h. planetarisch vorhandenen Ressourcen beruht, wenn außerdem berücksichtigt wird, dass unser Wohlstand sehr einseitig von der Ausbeutung des größten Teiles der nicht so weit entwickelten Länder abhängt (durch Export von Rohstoffen und Billiglöhnen); wenn in einem weiteren Blick zahlreiche Konflikte um Selbstbehauptung, Macht und Vorherrschaft aus der Sicherung und Einverleibung von Ressourcen bestehen, teilweise im Zusammenhang mit Spätfolgen des Kolonialismus, …. – dann kann man eigentlich nur eine wesentliche Schlussfolgerung ziehen: Es geht nicht mehr nur um das Abarbeiten von „Stellschrauben“ und Einzelmaßnahmen. Es geht gar nicht um einzelne Maßnahmen oder Maßnahmepakete, – es geht um eine grundlegende Änderung des Verhaltens.

Es ist nicht sehr wahrscheinlich. Wie oben bereits angedeutet: Wird das Basissystem unserer Lebensgrundlagen insgesamt angegriffen, ist „alles“ gefährdet. Wenn alles gefährdet ist, ist alles zu ändern. Dass dies geschieht, ist sehr unwahrscheinlich. Aber genau das müsste passieren. Niko Paech beschreibt es, hier und hier. Es klingt sehr radikal, weil es sehr radikal ist. Wollen wir das wirklich? Will ich das? Eigentlich nicht, nicht wirklich. Der Verstand sagt vielleicht Ja, aber das Grummeln im Bauch meint: Muss das wirklich sein? Kein schönes Auto mehr? Keine fernen Weltreisen, keine Urlaubsflüge? Kein einfaches Einkaufen im Supermarkt, kein Fleisch, kein Soja (Tofu!), keine Haustiere, – nur heimische Produkte, nur Bio, nur Fahrrad, – und was ist mit dem Energieverbrauch für Internet, digitale Produkte, mein geliebtes Smartphone? Alles weg? Was Niko Paech einen „graduellen Rückbau“ nennt, bedeutet schlicht eine Revolution. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich, wirklich will. Aber ist es nicht konsequent? Gibt es eine Alternative? Es hilft ja wenig, sich damit zu trösten, dass man mit diesem Unwillen zur effektiven Veränderung nicht alleine steht, sondern eine große Mehrheit wohl auch nicht „will“: „Europäer wollen keine Elektroautos kaufen“, sagte gerade der Entwicklungschef von BMW. Ich bleibe etwas ratlos. Das Umdenken, Umgewöhnen braucht Zeit. Aber genau die haben wir nicht, nicht wirklich. Die Möglichkeit einer „Ökodiktatur“ möchte ich ausschließen, und die Populisten allerorten machen es nur schlimmer. Aber reicht es, nur auf Einsicht zu setzen, wenn es selbst schon für kleine Schritte einiger „incentives“ bedarf? Vielleicht ist das aber der Anfang. Vielleicht ist nun doch #fridaysforfuture im Recht, und zwar gerade wegen ihrer Radikalität und Kompromisslosigkeit. Wahrscheinlich brauchen wir diesen Stachel der Jugend, weil sich sonst nichts bewegt und nichts ändert. Noch einmal: Es ist und bleibt sehr, sehr unwahrscheinlich, dass diese Änderung geschieht und ein Erfolg wird.

Es muss sich aber etwas ändern. Es muss sich um unserer Welt willen sehr viel ändern. Es muss sich um unseres Menschseins, unserer Kinder und Kindeskinder willen alles ändern. Und wenn es zuletzt das Klima, seine rasante Veränderung ist, das uns dazu zwingt: zur Klima – Revolution. Zuerst revoltiert „das Klima“, dann revoltiert der Mensch. Vielleicht so – wenn überhaupt. Sonst bleibt nämlich nur die oben ausgeschlossene Möglichkeit: Weiter machen wie bisher – koste es, was es wolle. Mit ein paar Korrekturen vielleicht.

art.

Update:

Eine alarmierende Sicht gibt es hier zu lesen – bitte die Einleitung zur Bedeutung von Worst-Case-Szenarien beachten!
Klimaprognose 2050

Ebenso alarmierend, weil auf konkrete Pläne verwiesen wird, ist dieser Bericht über derzeit noch geplante oder in Bau befindliche fossile Kraftwerke.
Geplante Kraftwerke sprengen Klimaziele

 30. Juni 2019  Posted by at 15:25 Allgemein, Gesellschaft, Klima, Oekologie Tagged with: , , , , ,  Kommentare deaktiviert für Klima – Revolution
Feb 282019
 

Der globale Blick über den lokalen Tellerrand

Wir denken immer in Zusammenhängen, es geht gar nicht anders. Es sind in der Regel alltägliche, soziale, pragmatische Zusammenhänge: Wenn ich überlege, welchen Weg zur Arbeit ich wähle angesichts aktueller Baustellen; wenn ich mir Erledigungen auf dem Heimweg vornehme; wenn ich mich darauf einstelle, was mich in der morgendlichen Teamsitzung erwarten wird. Bei der Urlaubsplanung sind die Zusammenhänge schon etwas weiter gefasst: Urlaubspläne abstimmen und beantragen, Ziele aussuchen, Hotels und Flüge buchen usw. Zeitlich noch weiter greifen die Zusammenhänge aus, die ich bei meiner Karriereplanung zu berücksichtigen habe, oder bei der Auswahl der Schulen für meine Kinder. Wir können uns ganz gut in Zusammenhängen orientieren, in denen wir Erfahrungen haben, die unsere alltägliche Welt von Beruf, Familie und Freizeit abdecken. Auch der Umgang mit einem Garten, wenn wir denn einen haben, ist uns vertraut: pflanzen, jäten, mähen, mal einen Busch zurückschneiden. Das wars dann schon.

Da fängt es allerdings an, dass größere Zusammenhänge eine Rolle spielen. Verhalte ich mich so wie bisher, den angenehmsten Effekt mit dem geringsten Aufwand zu verbinden oder beziehe ich zum Beispiel ökologische Gesichtspunkte ein? Düngen – womit? Spritzen – ja oder nein? Viel einfach zu pflegender Rasen oder mehr abwechslungsreiche Büsche und Stauden, die natürlich mehr Pflege und also Arbeit erfordern? Im Grunde sind diese größeren Zusammenhänge auch schon vorher im Hintergrund vorhanden: Welches Verkehrsmittel nutze ich auf dem Weg zur Arbeit? Welche Art Urlaub möchte ich verwirklichen? Spielt bei den Überlegungen auch das Transportmittel eine Rolle? Bei all diesen Zusammenhängen und den Fragen, die sich daraus ergeben, werde ich entweder der eingespielten Gewohnheit entsprechen (das geht wie von selbst) oder eine Ziel – Aufwand – Nutzen – Überlegung anstellen: Wie kann ich mein Ziel am besten erreichen – und was ist das jeweils Beste? Das Schnellste oder Einfachste? Das Bequemste? Das, worüber ich nicht zu viel nachdenken muss? Wenn ich bereit bin, größere Zusammenhänge zu berücksichtigen, wieviel Aufwand erlaube ich mir dafür, was darf es zusätzlich kosten? Zu welchen Alternativen und Umwegen bin ich gegebenenfalls bereit?

Das muss nicht allein die Ökologie sein, die mich zum Nachdenken bringt, es kann sich auch um bildungspolitische Zusammenhänge handeln, die ich bei der Auswahl der Schule für meine KInder zu berücksichtigen bereit bin – und dafür eventuell weitere Wege und höheren Zeitaufwand in Kauf nehme. Sobald die Zusammenhänge weiter und größer werden im Vergleich zu den Zusammenhängen des alltäglichen Lebens, wird es komplizierter und aufwändiger. Es sind mehr Informationen nötig, unbekannte oder unerwartete Entscheidungen, Meinungsaustausch, Diskussionen mit Familienangehörigen oder Kollegen. Größere Zusammenhänge lassen sich nicht so leicht überblicken. Was auf den ersten Blick als gute Idee erscheint, erweist sich vielleicht beim zweiten Hinschauen als gar nicht so gut oder zumindest zwiespältig. Der Vorteil des Gewohnten ist es, dass all diese Probleme oder Auswahlen aufgeblendet werden. Das macht das Leben einfacher und den Alltag erträglich. Bei jedem Schritt, den ich tatsächlich mache, an den „ökologischen Fußabdruck“ zu denken, macht das Leben schwierig bis unerträglich.

Ich suche also einen gangbaren Weg zwischen den einfachen Lösungen aus Gewohnheit und den komplizierten Abwägungen und Entscheidungen, wenn ich große Zusammenhänge einbeziehe. Eine dafür bewährte Methode ist die des Vergleichs und der Vereinfachung. Beim Vergleichen versuche ich, den größeren Zusammenhang auf meinen Erfahrungsbereich abzubilden. Dies bedeutet oft eine erhebliche Vereinfachung. Außerdem mache ich mir dadurch etwas Unbekanntes, Neues vertrauter und zugänglicher, weil ich es direkt mit meinem Erfahrungswissen verbinde. Das führt manchmal zu pragmatischen Lösungen, oft aber auch zu Kurzschlüssen. „Externe Kosten“ werden dabei leicht außer Acht gelassen. Selbst das Fahrrad als Verkehrsmittel hat nicht nur die positiven Aspekte umweltpolitischer Sorgsamkeit, sondern auch die gesundheitlichen Aspekte erhöhter Unfall- und Verletzungsgefahr in Innenstädten, die keine gute Fahrrad-Infrastruktur haben. Es mag sehr vernünftig sein, im Garten mehr Büsche und Sträucher anzupflanzen, aber die Angebote der Gärtnereien beinhalten oft exotische Gewächse, die kurzlebig und / oder mit der heimischen Fauna wenig kompatibel sind. Der praktische Sack Blumenerde mag bei seiner Herstellung und seinem Transport einige ökologische Sünden mit sich schleppen. Und die Bio-Trauben aus Südafrika sind vielleicht doch nicht ganz so unbedenklich, wie die Vorsilbe Bio- glauben macht. Kurz: Größere Zusammenhänge enthalten viel mehr Daten, Informationen und weitere Verknüpfungen als alles, was mir aus meiner unmittelbaren Erfahrung vertraut ist. Darum ist die Verbindung der Erkenntnisse aus größeren Zusammenhängen mit meiner Alltagserfahrung so schwierig.

Um einen gangbaren Weg zu finden, muss ich mich also umfassend informieren, und das ist ziemlich aufwendig. Zudem gilt: Je mehr Informationen über Zusammenhänge ich bekomme, desto schwieriger wird die Beurteilung. Es gilt nicht nur, einzelne Fakten zu gewichten, sondern auch bestimmte Abhängigkeiten und Folgewirkungen einzubeziehen. Dabei bin ich normalerweise kein Fachmann, sondern muss mir geeignete Quellen suchen, denen ich vertrauen kann. Zum Glück gibt es (auch dank Internet und Google) fast zu allen Gebieten gute Darstellungen und journalistisch aufbereitete Fakten. Ich kann mir also sehr wohl aus unterschiedlichen Quellen und aufgrund verschiedener Auffassungen ein eigenes Urteil bilden. Das muss dann allerdings noch zu Entscheidungen über Handlungsmöglichkeiten führen, die es in meine eigene Lebenswirklichkeit zu übersetzen und zu konkretisieren gilt. Das wird nur durch Gespräche mit anderen Familienmitgliedern und Freunden gelingen. Social media dürfte dabei nur wenig helfen: zu viel Übertreibung, zu viel Zuspitzung und Verzerrung. Die dann für mich und meine Lebenspraxis infrage kommende Lösung wird ein Kompromiss sein, gewonnen aus unterschiedlichen Optionen, eingebettet in eine Praxis dessen, was ich mir an Verhaltensänderung zutraue und / oder zumuten möchte. An drei Komplexen von großen Zusammenhängen möchte ich das verdeutlichen.

A. Plastik ist in aller Munde. Das gilt sogar wörtlich, wenn ich an Fastfood, Snacks und Getränke denke, die mir in der Stadt unterwegs so angeboten werden. Plastik umgibt uns fast überall, und das Problem ist, wie wir es wieder loswerden. Immer noch finde ich viel Müll, insbesondere Plastikmüll, in der Landschaft wieder, besonders an Straßenrändern und an Autobahnauffahrten. Aber der meiste Plastikmüll aus Betrieben und Haushalten wird inzwischen brav eingesammelt. Er sollte recycelt werden. Das klappt bislang nur sehr unzureichend, weil auch Verbrennung („thermische Verwertung“) und Verschiffung als „recyceln“ gelten. In Wirklichkeit wird erst rund ein Drittel des Plastikabfalls als Wertstoff einer neuen Verwertung zugeführt. Vom Plastikmüll in den Meeren und Ozeanen haben wir schon oft gehört, gelesen oder sogar beim Urlaub selbst etwas davon gesehen. Was also tun? Vor unsrer Haustür können wir einfach aufsammeln, was da liegt, und den Verpackungsmüll in die gelbe Tonne entsorgen – eben damit wir die Sorge mit dem Plastik los sind. Dem ist aber nicht so, wir sehen den Plastikmüll nur nicht mehr. Vermeidung wäre sicher eine bessere Strategie, also erst gar nicht so viel Plastik in Umlauf bringen. Aber von unserer chemischen Industrie, die Kunststoffe herstellt, leben wir mit zig tausend Arbeitsplätzen. Zudem ist es mit Alternativen auch nicht besonders gut bestellt. Das Wuppertaler Institut für Umwelt, Klima und Energie hat sehr genau geschaut und gerechnet und festgestellt, dass zum Beispiel Papiertüten eine höhere Energie- und Umweltbelastung darstellen als Plastiktüten. Das liegt hauptsächlich am hohen Wasserverbrauch und Klärbedarf bei der Papierherstellung. Nun ist Wasser hierzulande (noch) keine sehr begrenzte Ressource. Mir persönlich ist eine Papiertüte lieber, die schnell verrottet und in der ich sogar meine Küchenabfälle in der Biotonne entsorgen kann. Aber wohlgemerkt: Diese Schlussfolgerung entspringt schon einer persönlichen Abwägung und Wertung der Faktenlage. Die manchmal vorgeschlagene Möglichkeit, Lebensmittel öfter „lose“ zu kaufen und in eigene Gefäße füllen zu lassen, führt zu erheblichen hygienischen Bedenken. Unbestreitbar ist, dass Plastik über die Flüsse und Weltmeere in den Nahrungskreislauf gerät und am Ende in Mikropartikeln wieder auf unserem Teller landet. Das zeigt deutlich, dass die betrachteten Zusammenhänge nicht nur räumlich global sind, sondern auch eine große zeitliche Dimension haben. Was Mikroplastik in unserem Organismus alles verursachen kann, wissen wir noch gar nicht.

B. Heftig diskutiert wurde und wird die Schädlichkeit von Stickoxid und Feinstaub, vor allem beim Autoverkehr. Die Fakten dazu hat der SPIEGEL einmal gut und knapp zusammengefasst. Feinstaub und Stickoxid müssen genau unterschieden werden, da die Verursacher nicht immer dieselben sind. Feinstaub entsteht bei allen möglichen Tätigkeiten und Prozessen. Nicht nur bei der Verbrennung entsteht Feinstaub durch Asche, sondern immer wenn es Reibung gibt, gibt es auch Abrieb und damit Feinstaub. Der Autoverkehr trägt rund ein Drittel zur Feinstaubbelastung bei, am meisten durch Reifen und Bremsen. Zu Stickoxiden kann man noch viel mehr Informationen finden. Die Schädlichkeit wird in standardisierten statistischen Verfahren berechnet, an deren Ende so etwas wie ‚verlorene Lebenszeit‘ in Monaten herauskommt. Das auf reale Todesfälle umzurechnen ist zwar publizistisch beliebt, aber wissenschaftlich kaum gerechtfertigt. Egal, Feinstaub und Stickoxide sind gesundheitlich äußerst schädlich. Es ist darum richtig, dass die Politik aufgrund eigenen Ermessens dazu Grenzwerte festlegt. Aber dies ist bezüglich des Kraftfahrzeugverkehrs nicht das einzige Problem. Es bleibt der klimaschädliche CO2-Ausstoß, der bei fossilen Verbrennungsmotoren zwangsläufig entsteht. Hierbei steht zwar die Technik des Dieselmotors als besonders günstig da, aber auch bei allen Filtern und technischen Abgas-Nachbehandlungen bleibt noch ein Rest CO2, der in die Atmosphäre abgegeben wird. Emissionsfreie Automobile (und überhaupt Verkehrsmittel) wird es zwar nie geben, siehe Feinstaub, aber fossile Emissionen können durch neuartige Antriebe (Elektro, Brennstoffzelle, synthetische Kraftstoffe) abgelöst werden. Dadurch hätte man schon einiges hinsichtlich Klima und Luftbelastung verbessert, aber noch keineswegs alle Probleme gelöst. Die Tatsache, dass der Strom, um aus der Steckdose herauszukommen, erst einmal hineinkommen, also hergestellt und zur Verbrauchsstelle geleitet werden muss, ist eine Aufgabe, die erst langfristig ökologisch und ökonomisch zufriedenstellend gelöst werden kann (siehe erneuerbare Energien, Gleichstromtrassen, Sonnenkraftwerke). – Die Batterieproduktion ist noch einmal ein eigenes sehr kompliziertes und problematisches Kapitel komplexer Zusammenhänge (Rohstoffe- Herstellung – Recycling).

So viel ist jedenfalls klar: Die Verkehrspolitik grundlegend emissionsarm zu gestalten, ist eine Mammutaufgabe, deren Erfolg keineswegs garantiert ist. Es gibt einfach zu viele Aspekte und Variablen, die bisher noch nicht berücksichtigt oder überhaupt bekannt sind. Was also soll ich tun? Es bleibt nur, sich so umweltbewusst wie möglich zu verhalten, was die eigene Nutzung von Verkehrsmitteln angeht. Dabei spielen auch andere Faktoren eine Rolle, die zur Lebensqualität, wie wir sie heute kennen, beitragen: zum Beispiel Fernreisen. Ich perönlich möchte darauf nicht verzichten, weil sie meinen Horizont im Blick auf andere Länder, Menschen und Kulturen enorm erweitert haben. Dabei gehört der rasant zunehmende Flugverkehr (ganz zu schweigen von den Kreuzfahrtschiffen) zu den größten Umweltbelastungen und ‚Klimakillern‘ überhaupt. Wie soll man das gegen Reiselust und Weltoffenheit abwägen? Da bin ich derzeit ratlos.

Kohlekraftwerk RWE
Kohlekraftwerk RWE (c) dpa

C. Letztes Beispiel: Kohlekraftwerke – Kohleausstieg. Hier scheint die Sache sehr einach zu sein: Verbrennung von Stein- und insbesondere von Braunkohle setzt jede Menge von Schadstoffen frei, die zwar zum großen Teil ausgefiltert werden können, die aber als CO2 zum großen Teil in die Atmosphäre abgegeben werden. Kohleverstromung ist damit als bedeutender ‚Klimakiller‘ identifiziert. Die Folgerung, Kohleverstromung einzustellen und auf erneuerbare Energien umzusteigen. ist da nur naheliegend. Die Frage ist nur, auf welche Weise und in welchem Zeitraum dies geschehen kann und welche Alternativen dann bereitstehen. Da ist trotz des anvisierten Ausstiegsjahres 2035 noch vieles unklar und offen. Vorausgesetzt, die Stilllegung der Kohlekraftwerke bei uns im Land gelingt auf eine sozialverträgliche und ökonomisch sinnvolle Weise, so bleibt doch der internationale Zusammenhang: Strom fließt in europäischen Verbundnetzen, und es wäre eine kaum erwünschte Auswirkung, fehlenden Strom nach 2035 aus osteuropäischen Kohlekraftwerken oder aus französischem Atomstrom zu importieren. Hier sind eigentlich nur europäische Lösungen möglich. Und auch diese Ebene greift noch zu kurz. Kürzlich bei meiner Reise nach Südafrika habe ich die Bedeutung der Kohle und der Kohleverstromung für dies aufstrebende Industrieland kennengelernt. Südafrika hat reichlich eigene Kohle im Tagebau, es fehlen derzeit nur die modernisierten und erweiterten Kraftwerke, um den Energiebedarf des Landes zu decken. Noch gibt es fast tägliche Stromabschaltungen („powershed“). Angesichts der bestehenden Infrastruktur kommt energiepolitisch für Südafrika schon aus Kostengründen derzeit kaum etwas anderes infrage als neue und größere Kohlekraftwerke. Ich weiß, Südafrika steht damit in einer Reihe mit vielen anderen Schwellenländern (Brasilien, Indien, China). Erneuerbare Energien können hier auf absehbare Zeit allenfalls eine ergänzende Rolle spielen. So haben wir die absonderliche Lage, dass wir als altes Industrieland zusammen mit den anderen Industrieländern Europas aus der Kohle aussteigen wollen, aber in den Schwellenländern der übrigen Welt Kohleverstromung ausgebaut wird, zusätzlich zur Kernenergie.

Derzeit ist die globale energiepopolitische Entwicklung also völlig gegenläufig. Die Symbolpolitik um den „Hambacher Forst“ wirkt dagegen geradezu grotesk: nur lokal , nicht global gedacht. Was soll man angesichts dieser Lage nun tun? Klimapolitik lokal als symbolische Stellvertretung für das, was „richtig“ wäre? WIR steigen aus? Auch die Klimakonferenzen haben trotz der Bekräftigung des inzwischen nahezu unerreichbaren 2-Grad-Ziels wenig Konkretes erbracht außer Absichtserklärungen. Konservative Regierungen in den USA und in Brasilien forcieren statt dessen fossile Energieproduktion und das weitere Abholzen des Regenwaldes. [„Regenwald“ wäre übrigens eine weiteres Thema für einen globalen Zusammenhang.] Was tun? Die globalen Zusammenhänge aufklären und zur Kenntnis nehmen und damit anerkennen, dass es keine einfachen, schnellen und effektiven Lösungen für alle gibt.

So zeigt sich am Ende unserer Betrachtung globaler Zusammenhänge ein nur wenig ermutigender Ausblick. Die Verflechtungen sind enorm, eins greift ins andere, und nach all den Informationen, die man heranziehen und aufnehmen kann, bleibt einem die Ratlosigkeit, an welchem Faden des Knäuels man denn anfangen müsste. Es geht tatsächlich immer nur im Kleinen und im Praktischen, dieses Anfangen. Denn eines muss sich am allermeisten und am allerersten wandeln: unser Bewusstsein. Man konnte gelegentlich lesen, dass Wissenschaftler vorschlagen, unsere Weltperiode „Anthropozän“ zu nennen: Zeitalter des Menschen und seiner Um-Welt-Gestaltung. Das klingt zwar einleuchtend und hat etwas für sich, nivelliert aber auch. Zum Anthropozän gehören auch bereits die Pyramiden und die Bewässerungssysteme im frühen Zweistromland. Seit der neolithischen Umwälzung ist der Mensch aufgebrochen, um die Welt für sich umzugestalten. Zunächst ging das bei vergleichsweise geringen Bevölkerungszahlen auch nur in jeweils kleinen Maßstäben, – was auch immer für Wunderwerke damals schon und weiterhin vollbracht wurden. Es gibt aber eine weitere Wende, die zu einer Umgestaltung der Welt von ungeahnten Ausmaßen geführt hat und noch weiterhin führt: Die Anwendung von Wissenschaft und Technik ca. seit dem 16. Jahrhundert (übrigens auch in China) und daraufhin die Entdeckung und industrielle Nutzung von Kohle und Erdöl. Was wir seit gut eineinhalb Jahrhunderten haben, ist eigentlich das „Petrozän“: Nicht nur Produktion und Produkte selbst wurden durch fossile Brenntoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas revolutioniert, sondern unsere ganze Lebensweise. Unser Verkehrs-, Transport- und Kommunikationswesen, die gesamte bisherige Energieproduktion beruht auf fossiler Energie. ÖL ist das moderne Geheimnis von allem. Es ist ein Zaubermittel, dessen Auswirkungen (zum Beispiel Plastik) wir kaum mehr aus der Welt schaffen können, selbst wenn wir es wollten.

Um diese Grundlage und Grundstruktur der Neuzeit zu verändern und durch eine neue Energie-, Produktions- und Lebensweise zu ersetzen, bedarf es der Anstrengung von einer Art, die die Menschheit so noch nie geleistet hat. Selbst wenn man diese Zusammenhänge erkennt – ich weiß nicht, ob unser lokales Bewusstsein jemals für einen solch globalen Sinneswandel bereit und in der Lage ist. Die sozialen, ökonomischen und kulturellen Veränderungen wären gravierend. Vielleicht, vielleicht kommen da technische Lösungen wie „Künstliche Intelligenz“ in einer vernetzten Welt gerade zum rechten Zeitpunkt.
Vielleicht wird es allerdings auch erst sehr viel dramatischer werden, ehe es (wenn überhaupt) besser werden kann.

Reinhart Gruhn

Nachtrag:
Klimagerecheter Waldumbau dauert 100 Jahre, Westfalenpost

 28. Februar 2019  Posted by at 18:19 Energiewende, Klima, Oekologie, Ökologie, Politik, Technik, Wirtschaft, Wissenschaft Tagged with: , , ,  Kommentare deaktiviert für In Zusammenhängen denken
Dez 062009
 
>Nun beginnt also morgen in Kopenhagen die Rettung der Welt. Es geht um nicht weniger als „die Prüfung der Menschlichkeit„, liest man. In hoch dramatischen Tönen werden noch einmal in den Zeitungen und Medien die bevorstehenden Katastrophen ausgemalt: „Erwärmung von bis zu sechs Grad im weltweiten Durchschnitt … würde mit großer Wahrscheinlichkeit zu unbeherrschbaren Folgen führen.“ – „Meeresspiegelanstieg von sieben Meter“ – „Destabilisierung des indischen Sommermonsuns“ – „Austrocknen der Subtropen“ – „Trinkwasserknappheit“ – „Überschwemmungen infolge extremer Niederschläge“ – “ Versauerung der Ozeane“ – “ (würden) langfristig sogar große „Sauerstofflöcher“ entstehen, also gewissermaßen Todeszonen“ – Fazit: „für Millionen von Menschen existenzbedrohend“ (alles ebd.). Nun, ein solches Weltuntergangsszenario möchte man doch lieber vermeiden, zumal dies alles „die Meinung der überwältigenden Mehrheit der Wissenschaftler“ ist, also vom Realitätswert her nahe bei 100% („Größenordnung neunzig Prozent“) liegt und damit vernunftmäßig sakrosankt wird. Zum Glück wird von den Klimawissenschaftlern auch gleich „Heil“ angekündigt und die Perspektive für eine Lösung mitgeliefert, denn: „Wir Menschen sind zweifellos imstande, das schier Unmögliche zu erreichen, wenn wir es wirklich wollen. Das Klimaproblem ist immer noch lösbar.“ Wie beruhigend. Mojib Latif kriegt das Klimaproblem schon in den Griff, mit Schellnhubers Assistenz. Wie gut, wieder einmal kann ‚die Welt am deutschen Wesen genesen‘. Dem teutonischen Deutschen und dem geschickten Ingeniör ist bekanntlich nichts zu schwör. Da wird man auch „das Klima“, wie es in großen und kleineren Perioden in Jahrtausenden und Jahrmillionen sich entwickelt, mal eben als Problem in den nächsten 20 Jahren „lösen“: „müsste der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen … deutlich vor 2020 seinen Scheitelpunkt überschritten haben“. Toll.

Kein Zweifel, es gibt unstrittig einen durch Menschen verursachten Anteil an den Veränderungen der klimatischen Bedingungen auf unserem Planeten. Das begann schon durch das Abholzen der Wälder des Libanon durch die Phönizier und dann durch die Römer. Die industrielle Welt hat die früher stets lokal begrenzeten Eingriffe in das Natur- und Klimageschehen radikal „globalisiert“. Es geht inzwischen auch um ganz andere Größenordnungen, alles unstrittig. Aber, liebe „Klima-Gurus“ (denn als ideologische Fanatiker, „Alarmisten“ genannt, treten manche Klimaforscher auf), alle eure Vorhersagen sind gar keine, sondern sind Ergebnisse von computergestützten Modellrechnungen. Solche beeindruckenden Rechenwerke werden „modelliert“, d.h. die Basisdaten und Bedingungen / Verknüpfungen werden entsprechend den Vorgaben eingegeben, und diese Vorgaben entsprechen (hoffentlich) immer wahrheitsgemäß und nachprüfbar dem derzeitigen Stand der Wissenschaft. Fehlerhaft sind und bleiben alle diese Modelle; sie dürfen das eigene Denken und Urteilen allenfalls flankieren, aber nicht ersetzen. So können aus solchen Modellen auch keine Handlungsanweisungen abgeleitet werden. Das müssen denkende und verantwortungsvolle Menschen schon selber tun in Kenntnis möglichst vieler Faktoren ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit. Manchmal kann es da durchaus sinnvoller sein, Finanzmittel in Schutzmaßnahmen gegen Fluten oder Dürre zu investieren, statt einem „Zwei-Grad-Erwärmungsziel“ wie einem Glaubenssatz hinterher zu laufen, der sich möglicherweise schon bald als irrig oder unzureichend erweist.

Vor rund 100 Jahren, im Jahre 1912, versammelte sich die wissenschaftliche und politische Welt (mit dem jungen Churchill an der Spitze und unter der wissenschaftlichen Leitung eines Darwin-Sohnes) in London zu einer ersten großen Weltkonferenz zur Rettung der Menschheit. Es ging programmatisch um die Verbesserung der Lebensumstände und der Überlebensfähigkeit der Menschheit insgesamt. In teilweise erbitterten Kampfschriften und weit verbreiteten Publikationen hatten Befürworter wie Gegner ihre Positionen dargelegt; die Befürworter einer strikteren Politik konnten sich auf diesem ersten Weltkongress durchsetzen, flankiert und angetrieben durch damals aktuelle „eindeutige“ wissenschaftliche Befunde und Lehrmeinungen. Die aus diesem und dem 9 Jahre später in New York folgenden 2. Weltkongress abgeleiteten sozialen und politischen Folgerungen wurden in vielen der großen Länder der damaligen „zivilisierten“ Welt mit gesetzlichen Regelungen umgesetzt, so in England, in den USA, Kanada, Deutschland, Schweden. Erst 1975 hob Schweden das letzte diesbezügliche Gesetz auf.

Ich meine die „International Eugenics Conferences„, deren es drei gab: 1912, 1921 und 1932. Eugenik und Rassenhygiene waren damals die anerkannten Schlagworte in der teilweise wissenschaftlichen, auf jeden Fall populärwissenschaftlen und politischen Welt. – Nach 1945 hatte sich das Thema weitestgehend erledigt. Die Opfer dieser ideologisierten Politik, die von den Nazis dann auf die Spitze getrieben wurde, fanden keine Entschuldigung; sie wurden nie rehabilitiert.

 6. Dezember 2009  Posted by at 17:00 Ideologie, Klima, Politik Kommentare deaktiviert für >Die Weltrettung beginnt
Jul 122009
 
>Wieder einmal haben sich Staatslenker aus zahlreichen bedeutenden Ländern getroffen, dieses Mal in L’Aquila. Der Beobachter bleibt etwas ratlos zurück, was die Kürzel G8 oder G13 oder G14 oder gar G20 bedeuten, welches „Format“ also derzeit überhaupt gilt. Ich finde das eigentlich nicht so wichtig, wer genau wann mit wem am Beratungstisch oder in kleineren Arbeitskreisen zusammen sitzt. Hauptsache sie reden mit einander. Solange gerdet wird, wird nicht geschossen. Ich halte darum (fast) jeden Aufwand für solche hochrangigen Treffen für gerechtfertigt. Dass in Zeiten terroristischer Gefahren und chaotischer Gewalttäter im Umkreis solcher Konferenzen mit hohen Sicherheitsmaßnahmen gerechnet werden muss, ist völlig klar.

Angesichts der Vielzahl der großen Probleme in der Welt, kann es aber nur von Nutzen sein, wenn sich die Regierungschefs und Präsidenten so oft wie möglich sehen, sprechen, Gedanken austauschen und sich gerade auch persönlich begegnen, soweit das bei solchen Mammut-Konferenzen möglich ist. Es wird dort auch nicht völlig anders zu gehen als bei anderen Tagungen und Konferenzen. Es wird viel und lang geredet, und nach außen hin erscheint dann nach all dem Aufwand das Ergebnis dürftig: wenig neu, wenig entschlossen, wenig mutig und schon gar nicht weltbewegend. Es sieht eher nach kleinen Schritten aus, wie auch diesmal in L’Aquila, was Klimaschutz, Armutsbekämpfung und Wirtschaftentwickllung betrifft. Aber genau so ist es realistisch und vielleicht doch aussichtsreicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Wenn sich die Staatschefs bald in England wieder treffen, mögen einige Ideen und Projekte weiter gediehen sein. Die besten Einfälle kommen manchmal eher am Rande zur Sprache und brauchen dann einige Zeit, bis sie in die große Diskussion gelangen. Wo einflussreiche Menschen mit hoffentlich überwiegend guten Absichten (natürlich spielt auch Machtpolitik eine maßgebliche Rolle) viel miteinander reden, kann eigentlich auf die Dauer nur etwas Sinnvolles herauskommen. Ich jedenfalls sehe die Chance dafür gegeben. Und das ist in unserer turbulenten Welt schon viel. In anderen Zeiten hat man sehr schnell seine Zuflucht in Nationalismus und Gewalt gesucht. Möge dieser Kelch heute und künftig an uns vorüber gehen.

 12. Juli 2009  Posted by at 06:07 Klima, Politik Kommentare deaktiviert für >Gipfelstürmer