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>Wes Geistes Kind

>Das kann man sich wohl fragen: Wes Geistes Kind Papst Benedikt wohl sei. Die zunehmende Zahl seiner Entscheidungen lässt eine Tendenz erkennen, ein konservatives, in sich ruhendes und zufriedenes katholisches Weltbild zu restaurieren. Ist es wirklich die Furcht vor der schrecklichen Moderne, ihrem Inividualismus und Säkularismus, die Benedikt beschleicht? Oder ist es nicht ebenso die völlig kritiklose und selbstbewusste Präsentation des Katholizismus als Hort des christlichen Abendlandes und Bollwerk gegen Modernismus und Islamismus? 

Hier wird offenbar mit denselben Waffen geantwortet, die er gegen sich gerichtet sieht: mit dem Absolutheitsanspruch der Wahrheit. Darum kann es keinen Dialog mit anderen „Kirchen“ geben (es gibt ja nur eine, die römisch-katholische), keinen Dialog mit den Juden, es sei denn, um sie zu bekehren (Karfreitagsgebet), erst recht nicht mit anderen Religionen „auf Augenhöhe“. Warum wartet man da noch auf Klarstellungen? Dieser Wahnisnn hat Methode. Papst Ratzinger ist zu lange im vatikanischen Geschäft als dass ihm Ahnungslosigkeit unterstellt werden könnte. Eli Wiesel ist zuzustimmen: Er weiß offenbar genau, was er tut. Das ist ja das Schlimme! Andererseits: Was ist aus Rom Gutes zu erwarten?
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