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>Der Wille, nicht zu lernen

>Es ist erstaunlich: Es gibt unter uns einen ausdrücklichen und sogar ausgeprägten Willen, nicht zu lernen. Menschen neigen dazu, die harte Realität zu verdrängen und darum auch aus den Erfahrungen anderer nicht zu lernen. Das Leben als russisches Roulette: Solange es mich nicht betrifft, bin ich ja auf der sicheren Seite.

Es gibt aber auch das absichtliche Verschweigen von Problemen, das Kleinreden von Risiken und das absichtsvolle Beschönigen von Mängeln. Gelegentlich neigen wir vielleicht selber dazu, wenn es darum geht, einen vorteilhaften „deal“ zu lancieren, zu unseren eigenen Gunsten natürlich. Bei Ebay-Angeboten zum Beispiel sollen immer wieder einmal Zeitgenossen versuchen, andere über den Tisch zu ziehen…
Was mich zu diesen Gedanken über „die verdorbene menschliche Natur“ veranlasst, ist ein Artikel in der heutigen FAZ über ein bestimmtes Produkt der Frankfurter Sparkasse. Es geht um eine besondere Form einer Anleihe, eine „Credit Linked Note“, offenbar ein äußerst riskantes Papier. Man lese die Darstellung im Wirtschaftsteil der FAZ.
Es ist schon eine bodenlose Dreistigkeit, wenn eine Sparkasse, also ein öffentlich-rechtliches Bankinstitut, mitten in der Finanzkrise ein Risikoprodukt anbietet, dessen Präsentation offenbar die erheblichen Risiken nach allen Regeln der Täuschungskunst verschleiert. Der Kunde wird also kaltlächelnd über den Tisch gezogen und für dumm verkauft. Wer meint, bei einer „Staatsbank“ (denn das sind die Sparkassen in gewisser Weise) besonders gut und sicher aufgehoben zu sein, hat sich also gründlich getäuscht. Die Raffgier, sprich der dummdreiste Kundenfang, geht weiter, als wäre nichts gewesen, als gäbe es keine faulen Kredite und keine bankrotten deutschen Banken, die Staatsbanken insbesondere (IKB, WestLB usw.). Ob die Damen und Herren der Frankfurter Sparkasse dies Produkt derzeit tatsächlich gut verkaufen? Möglich. Die menschliche Dummheit ist ja leider grenzenlos…
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