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Papst

>Schon wieder Papst

>Gerne würde ich heute einiges Interessante aus der Politik zitieren und kommentieren: Dass Jugendgewalt zwar abzunehmen scheint, aber rechtsradikale Tendenzen unter Jugendlichen geringer Bildungsschichten sich verstärken. Oder die unsäglichen Äußerungen von Finanzminister Peer Steinbrück, wieder einmal, der die Schweizer, immerhin ein befreundeter Nachbar, als feige Indianer in Angst und Schrecken versetzen möchte – was Wunder, dass die Schweizer Regierung ziemlich entsetzt und entrüstet ist.

Oder, ja klar, die zu Guttenberg – Story: ER mit ausgebreiteten Armen auf dem Times Square, an den Erlöser Obama erinnernd… All dies würde mich reizen, aber nein, da ist wieder einmal der Papst mit unglaublichen, oder soll man nicht besser sagen: mit unverschämten, mit ethisch  schamlosen Äußerungen. Wir hören: Kondome verschlimmern das AIDS-Problem; ein „spirituelles und menschliches Erwachen“ sei nötig, Enthaltsamkeit und Freundschaft zu empfehlen. Abgesehen von dem sachlichen Blödsinn, der in solchen Äußerungen enthalten ist, – weiß der Papst, was er da sagt und tut? Sieht er, in wessen Gesinnungsnähe er damit kommt? Der südafrikanische Expräsident Mbeki wollte AIDS-Opfer leugnen und diese „Propagandalüge“ der früheren Kolonialmächte mit Wunderheilern bekämpfen. Benedikt sucht ein „spirituelles Erwachen“, die allseits bekannten Fakten der Krankheit werden auf diese Weise einfach geleugnet und verdrängt. Das wird auch in Südafrika so gesehen.

Dass die neuen Äußerungen des Papstes in aller Welt auf Unverständnis und Widerspruch stoßen, ist zu erwarten gewesen – und auch das Mindeste, was zu erwarten ist; von Entsetzen ist sogar die Rede. Entsetzlich ist aber inzwischen dieser Papst. Er weiß, was er sagt und tut; Dummheit und Ignoranz kann man Josef Ratzinger bestimmt nicht unterstellen. Dass er es weiß, macht es nur schlimmer. Der frühere Ministerpräsident Filbinger wurde wegen seiner braunen Nazi-Urteile als „furchtbarer Richter“ tituliert und von Rolf Hochhuth in Szene gesetzt. Dieser Papst entwickelt sich zu etwas Schlimmeren, weil er auf einem sehr viel bedeutenderen Stuhl sitzt. Es ist ein entsetzlicher Papst auf dem Stuhle Petri, ein neuer „Stellvertreter„. Wann nimmt das ein Ende?