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Gewalt

>Gewalttätige Chaoten

>Rüdiger Soldt schreibt in der heutigen Ausgabe der FAZ unter der Überschrift „Schrammen hier, Flammen dort“ über die Gewaltausbrüche in Straßburg am Samstag:

Im Straßburger Osten rotten sich dagegen 1000 Vermummte zusammen, darauf ist die französische Polizei offensichtlich schlecht vorbereitet. 10 000 Beamte hat sie in Straßburg zum Schutz des Nato-Gipfels stationiert, zwischen Rheinufer und Vorstadt fehlen dagegen Polizisten und Feuerwehrleute. Deshalb brennen das Hotel und das Zollhäuschen mehrere Stunden. Auch auf der deutschen Seite wirken die Polizisten nun angespannt. Sie müssen in der Kehler Fußgängerzone und an einer Kreuzung vor dem Bahnhof 6000 friedliche Demonstranten kontrollieren. Um 13.15 Uhr ordnet der französische Präfekt die Schließung des Grenzübergangs auf der Europabrücke an. … Auf der französischen Seite dauert es drei bis vier Stunden, bis die französische Polizei die Lage wieder im Griff hat. Am französischen Rheinufer sind jetzt vereinzelte Demonstranten zu sehen, die von der Polizei in die Flucht geschlagen wurden. Die deutsche Polizei lässt kleine Motorboote ins Wasser, sie scheint technisch auf alles vorbereitet zu sein.
Ein Wasserwerfer der deutschen Polizei wird ganz in der Nähe des Zentrums aufgetankt, in dem seit mehreren Jahren die Fahndungsarbeit der deutschen und französischen Polizei koordiniert wird. Es soll helfen, die Kommunikation zu verbessern, im Ernstfall aber zeigen sich die Unterschiede von zwei souveränen Nationalstaaten. „Das Hilfsangebot von deutschen Notärzten, Feuerwehr und Polizei ist am Abend nicht angenommen worden“, sagt der Kehler Oberbürgermeister Günther Petry (SPD). Innerhalb der baden-württembergischen Polizeiführung heißt es, der Einsatz deutscher Polizeikräfte auf französischem Boden sei nicht vorgesehen gewesen…
In Straßburg eskaliert die Situation am späten Nachmittag. Als die Vermummten in einem Straßenabschnitt von der Polizei eingekeilt werden, schmeißen sie mit Steinen. Bei einem Speditionsunternehmen geht die Fassade zu Bruch. Ein Eisenbahnwaggon wird auf die Straße gerollt. Die französische Polizei setzt immer wieder Tränengas und Schockgranaten ein. Um 19 Uhr sind dann endlich nur noch drei schmale weiße Rauchsäulen zu sehen, die Hubschrauber verlassen den Himmel über Kehl und Straßburg.
Über die schlechte Strategie und Vorgehensweise der französischen Polizei in Straßburg wird also doch noch sachlich berichtet, zum Glück. Die deutsche Polizei hat ihre Lektionen offenbar gut gelernt.