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>Ein verdrehter Apologet

>Patrick Bahners, Feuilletonredakteur der FAZ mit besonderer Vorliebe für die katholische Kirche, hat in der Diskussion um die Missbrauchs-Affären in dem Berliner Jesuiten-Internat „Canisius-Kolleg“ den Vogel abgeschossen. Zumindest hat er beredt und moralisierend versucht, aus dem Täter (katholische Kirche, speziell ihre Societas Jesu) ein Opfer zu machen: das Opfer und Angriffsziel der böswilligen Atheisten, die der heiligen katholischen Kirche schon immer am Zeuge flicken wollten. er schafft es, die Kritiker manch fataler kirchlicher Praxis, die seit Jahrhunderten in Gebrauch und noch immer nicht abgestellt ist (intime Beichte), ja alle Kritiker, die es sich anmaßen, die „pädagogische“ Praxis der Kirchen auf dem Hintergrund ihrer Vorzugsstellung als Körperschaften des Öffentlichen Rechts zu hinterfragen, gleich als „Feinde der Kirche“ zu diskreditieren. Man lese seinen Leitartikel in der heutigen FAZ auf Seite 1 „Die Dynamik des Skandals“. Den letzten Absatz will ich hier als Kostprobe zitieren: „Die Presse wird weiter Schlagzeilen nach dem Muster „Weiterer Pater gesteht“ produzieren. Wie über den ersten Fall geredet wird, das bestimmt die Debatte über alle weiteren. Klaus Mertes hat bis auf weiteres alle Termine abgesagt, um nur noch über Missbrauch zu sprechen, neuerdings für alle deutschen Jesuiten. Die Feinde der Kirche glauben ohnehin, dass für das Personal dieser repressiven Anstalt die Schuldvermutung gilt. Der atheistische Biologe Richard Dawkins definiert Religion als Kindesmissbrauch.“

Wer wie der Rektor Mertes Schluss machen will mit dieser systematischen Vertuschungspraxis der weltweiten Kirche, die sie in den USA, Irland, Spanien und eben auch bei uns in Deutschland seit Jahrzehnten (vielleicht Jahrhunderten) praktiziert hat und noch praktiziert, – wer diese „heilige“ Institution so kritisiert, der muss nicht ganz klar im Kopfe sein, der kann nur ein verbohrter Gottesleugner und Atheist sein – eben wie jener schreckliche britische Zoologe und theoretische Biologe Richard Dawkins – fast so etwas wie der leibhafte Gottseibeiuns.

Prima, Herr Bahners, weiter so und danke für Ihren amüsanten Beitrag! Ihre kritische Vernunft scheinen Sie aber neben dem Weihwasserbecken abgelegt zu haben.

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