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Kirchen Protestantismus

>frisch, fromm – peinlich, dumm

>Das konnten wir vergangene Woche lesen: Frau Käßmann kehrt offiziell in die Evangelische Kirche zurück. War sie etwa ausgetreten? Nein, nur ins Ausland geflüchtet. Inzwischen ist sie schon längst wieder in deutschen Landen und sehnt sich offenbar nach kirchenamtlicher Nestwärme. So war bei n-tv zu lesen:

Käßmann bleibt Frau der Kirche

Die Sympathie des Kirchenvolks hat Margot Käßmann trotz ihres Rücktritts als EKD-Vorsitzende behalten. Nun bekommt sie als Botschafterin für das große Luther-Jubiläum wieder eine wichtige Rolle in der Evangelischen Kirche Deutschlands.
Um was geht es? „Die Evangelische Kirche in Deutschland hat die frühere Bischöfin Margot Käßmann in Berlin als Botschafterin für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 offiziell vorgestellt. Käßmann wird vom kommenden Frühjahr an für das 500. Jubiläum von Martin Luthers Thesen-Anschlag in Wittenberg werben. Käßmann sagte, sie werde gerne mit „Herzen, Mund und Händen“ zum Jubiläum beitragen.“ Und wie geht das zu? Nun, ganz einfach: “ Die EKD hat nun extra für Käßmann das Amt als Botschafterin geschaffen.“ Und weiter: “ Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider zeigte sich erfreut darüber, dass Käßmann wieder offiziell ein Kirchenamt übernehme. „Wir kommen also wieder zusammen“, sagte er…Margot Käßmann besitze die Fähigkeit, Geist und die Sprache von Martin Luther „fromm, fröhlich, frisch und frei“ in den Alltag zu übersetzen, lobte Schneider. Ihr Rücktritt vor mehr als einem Jahr sei nicht leicht für die EKD gewesen.“ So weit die Meldung.

Man sieht und merkt die bemühte Künstlichkeit. Offenbar fühlt sich die EKD von Frau Käßmann, dieser etwas bigotten Ikone des Medien-Protestantismus, direkt abhängig; Schneider kommt wohl nicht so gut an. Klar, da muss sie gleich zu Martin Luther passen: Für den (Bauern-) Krieg werben, die Fürsten sachte streicheln,  gegen die Juden hetzen, den Papst schlimmer und böser als die Muselmanen, also die Türken, schelten, das war auch Luther. Und natürlich „fromm, fröhlich, frisch und frei“ daher reden: „Nichts ist gut…“ Ja, das tut sie. Von Denken war auch nie die Rede. Ansonsten bin ich gespannt, wie sich Frau Käßmann der Linie Luthers denn nun anschließen wird – und welcher; eine kleine persönliche Kehrtwende (=Reformation) wäre da schon fällig. Immerhin kommt sie schnell mit dem großen Reformator zusammen: Auch Martin Luther war bekanntlich kein Kostverächter und ein Freund des guten Weines!

Bei der EKD darf man sich seit einiger Zeit über gar nichts mehr wundern, auch nicht bei dieser gewissermaßen „Selbstentmannung“ des Herrn Schneider. So bringt man die Ev. Kirche allenfalls – vor die rote Ampel.