Aug 172014
 

[Islam]

Was derzeit in Syrien und im Irak vor sich geht, ist beunruhigend und schockierend. Der Bürgerkrieg in Syrien läuft ja schon seit Jahren, blutig, grausam, ohne dass ein Ende der Gewalt abzusehen wäre. Da nichts Neues geschieht, ist es kaum mehr eine Nachricht wert. Neu waren in den vergangenen Wochen und Monaten die raschen Erfolge der ISIS – Kämpfer vor allem im Irak. Auch hier sind sie schon länger als kämpfende Terrorgruppe unterwegs. In letzter Zeit waren die Nachrichten über die schnellen Erfolge, das nahezu ungehinderte Vorrücken und die ausgeübten Grausamkeiten in den Schlagzeilen. „IS“, Islamischer Staat, nennt diese Terrorgruppe ihr Herrschaftsgebiet und erhebt den Anspruch, ein Kalifat zu errichten. Terroristen ist als Bezeichnung wenn irgendwo dann bei dieser Gruppe richtig: Sie üben ihre Macht mit Gewalt und Terror aus, verbreiten ihre Gewalttaten propagandistisch über das Internet als gerechte Strafe für alle Ungläubigen und verbreiten dadurch Angst und Schrecken. Tausende fliehen vor den Todesdrohungen dieser islamistischen „Mörderbande“, um Außenminister Steinmeier zu zitieren. Die Not der Flüchtlinge, Yeziden, Christen, Schiiten, ging durch die Medien und veranlasste letztendlich sogar Obama zu gezielten Luftangriffen.

Ich denke, den meisten von uns hier in Europa, hier in Deutschland, ist es, wenn man auch nur einmal kurz inne hält und über die Nachrichten nachdenkt, völlig unbegreiflich, was da eigentlich abgeht.

„Wir verstehen das wirklich Böse, das organisierte Böse nicht gut genug“, sagte Crocker. Leute wie Abu Bakr al Bagdadi, der den Islamischen Staat anführt, „befinden sich seit einem Jahrzehnt im Kampf. Sie haben eine messianische Vision, und sie werden nicht aufhören.“ (der frühere US-Botschafter im Irak, Ryan Crocker, FAZ.NET)

Wie unter Drogen scheinen Menschen hier im Namen ihrer Religion einen Gefallen daran zu finden, andere Menschen, die sich ihnen nicht anschließen wollen, öffentlich und mit medialer Unterstützung abzuschlachten. Wie kann man das nur tun, was bringt Menschen dazu? Inwiefern hat das etwas mit Religion, mit dem Islam zu tun? Und – was kann man dagegen tun?

Klar, dagegen kann man nur ankämpfen, und zwar zu allererst ganz direkt, Waffe gegen Waffe, Mann gegen Mann. Alles Gerede über humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge, so richtig und wichtig es für die Betroffenen ist, hilft nicht darüber weg, dass die militärisch operierenden Terrorbanden der ISIS nur mit Gewalt gestoppt und zurück gedrängt werden können. Diejenigen, die gegen sie kämpfen wollen und müssen, also vor allem die Kurden in Syrien und im Irak, brauchen unsere Unterstützung. Sie brauchen all die modernen Waffen und Waffensysteme, die die ISIS aus den dank der USA modernsten Beständen der irakischen Armee erbeutet haben. Das haben nun offenbar auch die europäischen Regierungen und auch die Bundesregierung begriffen. Sie möge nur recht bald „an die äußersten Grenzen des politisch und rechtlich Möglichen“ gehen, wie Steinmeier sich ausdrückt, wenn er Waffenlieferungen meint. Es ist die äußerste Notlage, die die Terrorgruppen herbei geführt haben, die zur Gegengewalt zwingt und darum auch Waffenlieferungen in ein „Krisengebiet“ (wie schönfärberisch das klingt) sowie weitere logistisch-strategische Unterstützung (AWACS) legitimiert. Gewalt und Gegengewalt, so notwendig das derzeit ist, löst allerdings das eigentliche Problem nicht.

Zwei Dinge sind dazu nötig, wie jedermann weiß: eine politische Lösung unter Beteiligung der verfeindeten Gruppen und Parteien in Syrien und im Irak sowie ihrer Schutzmächte im Hintergrund – das ist das Fernziel, als Problem wahrlich ein gordischer Knoten – und vor allem ein Unterbinden des Nachschubs und der finanziellen Unterstützung der ISIS – das ist das Nahziel. Nur dazu möchte ich mich hier noch äußern.

Mohammed receiving the submission of the Banu Nadir - Wikimedia

Mohammed receiving the submission of the Banu Nadir – Wikimedia

Man konnte es begrüßen, dass der Sicherheitsrat der UNO in seltener Einmütigkeit eine Resolution gegen den Terror der ISIS im Irak und der Al-Nusra-Front in Syrien beschlossen und sechs ihrer Hintermänner mit Sanktionen belegt und Geschäfte mit den Extremisten verboten hat. Diese Hintermänner sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt, und die Verbote sind wohl kaum international zu kontrollieren. Wahrscheinlich haben deswegen auch alle zugestimmt. Denn es gibt Förderer und Unterstützer des Nährbodens für islamische Extremisten und Kalifatskämpfer, die allseits bekannt sind, an die aber niemand wirklich heran will. Das ist das Saudische Königshaus mit seiner Unterstützung des Wahhabismus weltweit, und der Emir von Katar, Hamad bin Khalifa al-Thani. Das Saudische Königshaus ist unantastbar als enger Bündnispartner des Westens und der USA, das Katarische Fürstenhaus wird mit einer Fußball-WM beglückt und darf sich internationaler Unterstützung durch Firmen und Einzelpersonen (Beckham) als Werbepartner sicher sein. Der Wahhabismus kann als Spielart des ultrakonservativen Salafismus gelten, der einen Gottesstaat nach (angeblich) altem Vorbild anstrebt. Katar unterstütz mit viel Geld mehr oder weniger offen die Muslimbrüder und die Hamas:

Dass Katar einerseits den Vermittler zwischen Israel und der arabischen Welt gibt, andererseits aber die radikalislamische Hamas-Organisation im Gazastreifen, die Muslimbrüder in Ägypten und die islamische Ennahda-Regierungspartei in Tunesien mit Geld und Sendezeit im Herrscher-TV von Al Jazeera unterstützt, ist in Paris allenfalls ein Nischenthema. Auf Hinweise, dass so genannte Hilfsorganisationen aus Katar eben jenen Islamisten in Mali logistische Hilfe andienten, gegen die Frankreichs Präsident François Hollande eigene Soldaten ins Feld schickte, reagiert Doha kühl: „Dafür soll man uns erst einmal Beweise liefern.“ (Zeit online)

Schließlich ist auch noch der Iran zu nennen, die Schutzmacht aller Schiiten und ihrer Kämpfer und Extremisten im Nahen Osten, vor allem in Syrien, im Irak und im Libanon (Hisbollah). Diese kapitalkräftigen Mächte mischen nicht nur im Kampf um Einflusszonen im Nahen Osten mit, sie tragen die Ideen des Islamismus auch unmittelbar nach Europa und in andere Teile der Welt (Indonesien). Der Kampf gegen die ISIS im Irak fängt also auch bei uns im eigenen Lande an. Es gilt viel entschlossener als bisher die islamistische Indoktrinierung und Werbung für den Dschihad in Deutschland zu bekämpfen, diesen Sumpf der Gewalt auszutrocknen: „Salafistische „Gebetsflashmobs“, massive Einschüchterungen: Von Hamburg bis Berlin gewinnen radikale Islamisten an Einfluss in den Schulen – vor allem an Brennpunkten. Die Politik muss jetzt entschlossen handeln.“ (Tagesspiegel im Juli 2014).

Und schon sind wir beim heikelsten Thema dieses ganzen Problemzusammenhangs: Was hat der Islamismus mit dem Islam zu tun? Manche möchten den Begriff Islamismus als reine propagandistische, antiislamische Erfindung des Westens am liebsten aus der Diskussion verbannen, für andere ist Islamismus der Inbegriff des Islam als einer vormodernen, gewalttätigen Religion. So zugespitzt ist beides falsch. Islam ist absolut nicht gleich Islamismus, und Islamismus als doktrinäre Ideologie zur Ausübung von politischer Macht und Herrschaft ist keine Erfindung des Westens. Die meisten Muslime in Deutschland und in der Welt wollen mit dem Islamismus als Ideologie nichts zu tun haben. Der Islam „an sich“ hat mit Gewalt ebenso viel zu tun wie jede Religion, auch wie die christliche. Dazu hat der Münchner emeritierte Theologie Friedrich Wilhelm Graf zuletzt in der FAZ unter dem Titel „Mord als Gottesdienst“ Erhellendes geschrieben. Überhaupt ist die Literatur zu diesem brisanten Thema uferlos, teilweise gut und sachlich, teilweise kämpferisch und agitatorisch im Stile eines Kulturkampfes. Doch genau darum sollte es nicht gehen; man wäre den Extremisten und Eiferern damit in die erste Falle gegangen. Man sollte sich allerdings kundig machen über den Islam und seine Geschichte, über die Vielgestaltigkeit seiner Lebensformen, gerade auch während seiner Blütezeit vom 8 . bis zum 12. Jahrhundert, seiner Fähigkeit zur Anpassung (wie beim Christentum auch) und insbesondere zu dem, was der Münsteraner Islam-Wissenschaftler Thomas Bauer als „Ambiguitätstoleranz“ bezeichnet. (Thomas Bauer, Die Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islam, 2011).

Auf ihn weist zu Recht der Nahe-Osten-Korrespondent der FAZ, Rainer Herrmann, hin. Er hat neulich einen kleinen Artikel geschrieben, in welchem er sehr knapp und klar das Problem Islam – Islamismus benennt und erklärt: „Wer den Islam mit den Islamisten gleichsetzt, geht den Radikalen auf den Leim. Und verkennt, wie viele liberale Muslime es gibt, die ihren Glauben an die Erfordernisse der modernen Welt anpassen.“ Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Man sollte hier nichts verharmlosen, aber auch nichts pauschal verurteilen, sondern differenziert beurteilen. Dazu gehört allerdings, dass gegenüber dem Terror der ISIS und seiner Gesinnungsgenossen nur Widerstand angebracht ist, massiv und entschlossen. Denn was immer sie mit Religion und Islam im Sinn zu haben vorgeben, es sind Mordgesellen und hoch gefährliche Terroristen. Da hilft kein Diskutieren. Da wünsche ich mir auch Eindeutigkeit und Entschlossenheit bei europäischen Regierungen und besonders auch bei der deutschen.

UPDATE 18.08.2014

Von Al Qaida redet niemand mehr. Denn eine viel größere Gefahr versetzt heute den Nahen Osten und die Welt in Angst und Schrecken: die Terrorgruppe des „Islamischen Staats“. Die arabische Welt befindet sich in der tiefsten Krise seit dem Mongolensturm des 13. Jahrhunderts und der Zerstörung von Bagdad im Jahr 1258. Das Vordringen des „Islamischen Staats“ steht für zwei Aspekte dieser Krise: für den Zerfall von Staaten und für die Konfessionalisierung der Konflikte. (Rainer Hermann in der FAZ – lesenswert.)

UPDATE 20.08.2014

Dutzende von dschihadistischen Videos liefern den Beweis für dieses brutale steinzeitliche Ritual. Die Umstehenden, die diesen entscheidenden, alle Grenzen überwindenden Moment miterleben, sind nervös, weil der Killer nicht immer sicher ist und seine Hand vielleicht noch zittert. Sie rufen „Allahu akbar“, um ihn darin zu bestärken, dass er den letzten Rest an Zweifeln, die vielleicht noch in ihm sind, endgültig über Bord wirft. Er führt das Messer und macht aus dem Gefangenen ein geschlachtetes Tier. Von nun an ist er durch nichts mehr an eine moralische Welt gebunden. Er kann jetzt töten und Befriedigung darin finden, und seine Gefährten respektieren ihn. Er hat die Fesseln der Zivilisation gesprengt. (Leon de Winter, Im Namen des Schwertes, FAZ.NET)

 

 17. August 2014  Posted by at 11:42 Gewalt, Islam, Terrorismus Tagged with: , , , , ,  Kommentare deaktiviert für Islamismus ungleich Islam
Aug 312013
 

Ich möchte heute über Wasser schreiben. Wasser ist ein lebenswichtiges Element wie kein zweites. Ohne Wasser, so glauben wir zu wissen, kann es kein Leben geben. Es gibt viele Mythen über Wasser. Es gibt auch Mythen, wie wir hierzulande ganz praktisch mit Wasser umgehen sollen. Ganz anders in Ländern, in denen meist Trockenheit herrscht, wo Wasser etwas ganz Besonderes, Kostbares ist. Dort am Rande der Wüsten ist Wasser alles. Dennoch sind die Vorkommen bedroht und gefährdet.

Wie im Nahen Osten, auf der Arabischen Halbinsel. Oder in Syrien. Bei Syrien fällt einem jetzt Wasser eher weniger ein. Obwohl es in der Region Israel – Jordanien – Libanon – Syrien durchaus rar ist. Zu Syrien fällt Krieg ein, Blut, Leiden, Sterben. Maschinengewehre und Granaten, Giftgas und Brandbomben. Das Elend der Flüchtlinge. Unklare Fronten, neben der Armee der Regierung Assads eine Vielzahl von rivalisierenden Kampfgruppen, Söldnern, Warlords, Guerillakämpfern von Al-Kaida, der Hisbollah und anderen. Waffenschieber, Mächte, die um Einfluss buhlen und den Konflikt mit weiteren Waffenlieferungen immer wieder anheizen und am Kochen halten. Da geht es um alles andere, nur nicht um lebenswichtiges Wasser.

Es geht um Leben und Tod, um Überleben oder Sterben. So einfach ist Krieg. Die Waffen, Techniken und Taktiken mögen modern und raffiniert geworden sein. Sie dienen aber nach wie vor nur einem Ziel: Töten, Zerstören, Vernichten. Da hat sich seit der Keule der Kelten, dem Pilum der Römer, den Katapulten der Kreuzfahrer, den Krummsäbeln der Osmanen oder der Reiterei der Mongolen nichts geändert. Explosivgranaten (Krimkrieg) und Giftgas (1. Weltkrieg) sind übrigens Erfindungen des zivilisierten „christlichen Abendlandes“ gewesen. Die Tötungstechniken (z.B. Napalm) wurden seit dem 2. Weltkrieg erheblich verbessert.

Syria War (YouTube)

Syria War (YouTube)

Apropos Wasser. Früher, schon in biblischen Zeiten, hat man Brunnen vergiftet. Durch Giftstoffe die Lebensgrundlage Wasser unbrauchbar machen. Die heutigen Aerosole, mit denen Giftgas (z.B. Senfgas) verteilt wird, benutzen die Luft als Träger. Der Atem des Lebens – vergiftet. Wie gesagt, die Absichten und Ziele sind alt, die Techniken modern.

Auch die dahinter stehende Politik ist alt, uralt. Es ist die Psychologie der Steinzeit. Es geht um Macht, Einfluss, Ansehen. Also ob man etwas gilt in der Welt. Obama geht es um seine Glaubwürdigkeit, um die internationale Reputation der USA als Weltmacht. Die kann man offenbar nur bewahren bzw. wieder herstellen, indem man Krieg führt. Indem Menschen getötet werden. Dabei werden jede Menge beschönigender Worte benutzt: „Militärschlag“, das klingt nach einer harmlosen Ohrfeige.  „Präzisionsangriff“, das klingt wie eine medizinische Operation. Die dient ja der Heilung. Also wird suggeriert, auch eine „chirurgische“ Militäroperation (welch Wortgleichheit) sei letztlich heilsam. Unsinn. Menschen werden sterben. Eine weitere Front wird eröffnet. Eine Großmacht greift ein. Ob sich das begrenzen, kalkulieren lässt, ist pure Hoffnung.

Schimpansen, so wissen wir seit einiger Zeit, sind nicht so friedlich, wie man früher dachte. Die in Gruppen sehr sozial lebenden Primaten achten sehr auf Rangordnung (Alpha-Männchen) und Territorialkontrolle. Sie ernähren sich zwar weitgehend von Früchten, jagen aber auch kleinere Säugetiere. Sie können sogar eine rivalisierende Gruppe anderer Schimpansen überfallen, einzelne Artgenossen töten und aufessen. Dieses letzte Verhalten ist sehr selten, eine Ausnahme, konnte aber beobachtet und dokumentiert werden. Obwohl Schimpansen zu 98 % dieselbe DNA besitzen wie wir Menschen, scheinen sie uns in dieser Hinsicht im Sozialverhalten einiges voraus zu haben. Denn Menschen schlachten sich seit Menschengedenken genüsslich gegenseitig ab.

Zurück zu Obama. Er tut sich noch schwer mit dem Angriffsbefehl, so scheint es, ist aber offenbar letztlich ohne Ausweg. Er muss jetzt angreifen. Warum eigentlich? Klar, um das Gesicht zu wahren, um Entschlossenheit zu zeigen, um ein Exempel zu statuieren. Die Menschheit, gemeint sind die USA, nimmt einen „Tabubruch“ (Giftgas) nicht straflos hin. Man liest heute, dass auch in US-Medien und politischen Kreisen der militärische Nutzen  eines begrenzten „Schlages“ mit Raketen und Bomben gleich Null eingeschätzt wird. Auch der politische Nutzen ist schwer zu kalkulieren. Es geht um einen „symbolischen Akt“. Wegen dieses symbolischen Aktes der US-Regierung und seines Präsidenten müssen weitere Menschen sterben. Hollande als Claqeur. So funktioniert Krieg. So ist die Psychologie. Steinzeit.

Es ging mir um Wasser. Ich komme nicht recht dazu, das Thema zu vertiefen. Um Wasser wird beispielsweise im Jordantal heftig gestritten. Das könnte sehr wohl Anlass einer weiteren kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Israel und den Nachbarn liefern. Aber das erscheint heute als nebensächlich angesichts des Schlachtens in Syrien. Ohne klare Front. Kein Pardon. Keine Humanität. Denn natürlich ist Obama, sind die USA erst sekundär im Spiel.

Zuerst und wesentlich ist es ein mörderischer Kampf Assads nahezu ohne Hemmungen und ethische Grenzen um Macht und Einfluss in dieser strategisch wichtigen Region, die der Staat Syrien umschließt. Ich muss hier nicht aufzählen, wer dort alles verwickelt ist, mit welchen Absichten, Interessen Zielen. Stellvertreterkrieg. Ende vom Lied wie immer im Krieg: Töten. Zerstören. Vernichten. Nur der Letzte, der die ganze Zeit außen vor bleibt, kann am Ende als Sieger auftreten. Triumphierend über Leichenbergen, jenseits der Verantwortung für Millionen Menschen, die heimatlos in Flüchtlingslagern sind. Mittellos. Ohne Perspektive auf Rückkehr. Die UNO kann wieder Zelte liefern. Und Trinkwasser.

Womit ich doch wieder beim Thema wäre: Wasser. Leben.

 31. August 2013  Posted by at 11:18 Krieg, Macht, Politik Tagged with: , ,  Kommentare deaktiviert für Wasser für Syrien
Apr 212012
 
Syrien, IWF, Grass-Gedicht, Betreuungsgeld, Urheberrecht, Piraten – diese und noch andere Themen beherrschten die Medien vergangene Woche. Mmh, hat uns das also irgendwie weiter gebracht? Je nachdem, wie man dazu steht. Man wird sehen. Nächste Woche ist man schlauer.

Schaut man einmal kurz zurück auf Ereignisse der vergangenen Woche, wie sie ihren Niederschlag in den Medien fanden, dann stoße ich da zuerst auf Syrien. Der von Anfang an tot geglaubte Waffenstillstand ist zwar mehr als brüchig, hält aber doch einigermaßen, wie Beobachter feststellen. Russischer Druck auf Assad scheint tatsächlich etwas bewirkt zu haben. Noch erstaunlicher: Heute Nacht hat man sich beim Sicherheitsrat in New York weitgehend auf eine Resolutionsfassung geeinigt, die Chancen auf Einstimmigkeit hat. Wichtigstes Element scheinen „Blauhelme“ zur Überwachung des Waffenstillstandes zu sein und die Frage ihrer freien Bewegung überall im Lande. Damit ist der Syrienkonflikt, der Bürgerkrieg noch längst nicht ausgestanden. Aber auch für mich überraschend zeigt sich, dass es manchmal wirklich lange dauert und viel mühsame Verhandlungsarbeit erfordert, um einem brauchbaren Ergebnis näher zu kommen. Dicke Bretter zu bohren lohnt sich also auch international, und Diplomatie kann doch eher zu positiven Schritten führen als großmaulig auf die Methode „schießwütiger Sheriff“ (= Intervention mit dem Ziel Regimewechsel) zu setzen. Man wartet gespannt auf den Fortgang in der Hoffnung, dass das entsetzliche Töten ein Ende findet.

Die Wogen über dem „Gedicht“ von Günther Grass haben sich ebenso schnell beruhigt, wie sie hoch geschlagen sind. Daran ändert auch ein Nachtreten des israelische Ministerpräsidenten Netanjahu heute nichts. Was ist nun das Ergebnis dieser medialen Aufwallung? Am ehesten, so scheint mir, die nüchterne Einsicht, dass man die dichterische Gefühlswelt eines alten Mannes, mag er als Literat noch so verdient sein, nicht mehr allzu Ernst nehmen muss. Also geht man mit Kopfschütteln zur Tagesordnung über.

Weniger registriert werden die Auseinandersetzung hinter den Kulissen des Internationalen Währungsfonds, wo es bei der Entscheidung über die Aufstockung der Fondsmittel im Hintergrund um den größeren Einfluss der sog. Schwellenländer im IWF ging. Heute wird nun Vollzug gemeldet, dass die Mittel um 400 Mrd. Dollar aufgestockt werden, auch mit Beiträgen aus den Schwellenländern. Welchen Preis die besgaten Schwellenländer, Brasilien ander Spitze, dafür eingehandelt haben, wird man wohl später erfahren.

Was war da noch? Ach ja, die Herdprämie, äh, das Betreuungsgeld. Die Regierung Merkel wird sie trotz Bedenken der FDP wohl der CSU zu Liebe durchsetzen, weil die nächstes Jahr eben auch Wahlen zu bestehen hat. Und in Bayern und bei der CSU ticken die Uhren sowieso noch etwas anders als im restlichen Deutschland. Da wird tatsächlich noch darüber diskutiert,  ob es weiterhin rechtens und zeitgemäß sei, dass die Kath. Kirche bei der Besetzung von 21 (!) staatlichen Lehrstühlen für Philosophie, Ethik und Pädagogik ein Veto-Recht hat (Konkordatslehrstühle). So was gibts nur noch in Bayern – kulturell-klerikales Mittelalter. Der Klageführerin ist viel Erfolg zu wünschen.

Und dann das vor allem im Netz und in Printmedien heftig umstrittene Thema Urheberrecht, mittlerweile ein Dauerthema, ein ideologisch besetztes Kampffeld, auf jeden Fall total vermintes Gelände. Man muss schon suchen, um maßvolle, sachlich gut begründete und realistische Beiträge zu finden. Inzwischen hat das Thema Urheberrecht / Verwerterrechte / geistiges Eigentum so etwas wie symbolischen Charakter angenommen. Auf diesem Feld wird, wie mir scheint, der Konflikt zwischen „alten“, also klassischen Medien und der rasanten Verbreitung und Nutzung „neuer“, also auf dem Internet basierender Medien und Portale (YouTube) paradigmatisch ausgetragen. Denn darum geht es wohl tatsächlich: um einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der digitalen Nutzung dessen, was bisher als „geistiges Eigentum“ strikt geregelt ist. Ein Wandel vollzieht sich angetrieben durch das Netz, bleibt nur die Frage, wie er gestaltet wird. Verhindert kann er gewiss nicht werden.

Da war doch noch was? Ach ja, alle (!?) Welt wartet auf nichts sehnsüchtiger und gespannter (glaubt man den einschlägigen Technik-Blogs) als auf den 3. Mai in London: die Vorstellung des Galaxy S III … – und noch ein Thema darf nicht unerwähnt bleiben, weil es der Presse liebstes Kind geworden ist: das Thema PIRATEN 🙂

 21. April 2012  Posted by at 11:04 Politik Tagged with: , , , , ,  Kommentare deaktiviert für Kleiner Wochenrückblick
Feb 122012
 

Kultur beruht auf Sprache und Schrift als „geronnenem Geist“. Kulturelle Techniken und Träger verändern Einzelne und Gesellschaften. Die digitale Veränderung ist als kulturelle Weltveränderung zu begreifen und in „demokratischer“ Verantwortung zu gestalten.

In Zeiten medialer Umbrüche ist es gut, sich bestimmte kulturgeschichtliche Entwicklungen ins Gedächtnis zu rufen. Fragt man die Sprachgeschichtsforscher, so ist man für die Zeit vor der Schriftlichkeit auf Vermutungen bzw. Rückschlüsse angewiesen. Die (größte) indoeuropäische (indogermanische) Sprachfamilie lässt sich ca. 9000 Jahre zurück verfolgen, ähnlich ist es bei anderen Gruppen der Welt-Sprachfamilien, zum Beispiel der zweitgrößten, der sinotibetischen Sprachfamilie. Es gibt vorher gehende Sprachen, aber die Suche nach Proto-Sprachen oder gar einer einzigen menschlichen Protosprache bleibt weitgehend Spekulation. Immerhin lässt sich zum Beispiel das Baskische als Weiterentwicklung einer vor-indogermanischen europäischen Sprache identifizieren. Dass komplexe Sprachfähigkeit erst dem Homo sapiens eigen war und zu dessen Evolutionserfolg beigetragen hat, darf heute als gesichert gelten. Insofern ist dieser Evolutionserfolg zugleich ein Beispiel eines Entwicklungserfolges durch Kultur. Noch deutlicher wird dies, wenn wir auf die Entwicklung der Schrift sehen. Die ältesten uns bisher bekannten schriftlichen  Zeugnisse sind 6000 Jahre alt und stammen aus sumerischer Zeit (Uruk, 4000 v.C.) Von da war es noch ein weiter Weg bis zur entwickelten Laut- bzw. Buchstabenschrift. In Europa fand eine „Explosion“ der Schriftlichkeit erst durch das vom Phönizischen abgeleitete griechische Alphabet statt (um 1000 v.C.). In Verbindung mit dem Gebrauch von Schiefer- und Wachstäfelchen (für den Alltag) und Papyrus (für größere Dauerhaftigkeit) und schließlich Pergament (am dauerhaftesten, erst abgelöst durch die Papierherstellung) verließ die Schriftlichkeit die Exklusivität der Könige. In Europa wurde zuerst in Griechenland Schrift zur Kulturtechnik des Volkes.

Des „Volkes“ muss gleich wieder eingeschränkt werden. Natürlich konnte nicht jedermann lesen und schreiben, aber Schriftsprache wurde ein „Bildungsgut“ des städtischen Bürgertums. In Athen kann man dies auf das 7. – 6. Jahrhundert v.C. datieren. Das passt zeitlich in etwa zur ersten Schriftfassung der Bibel in Babylon während der sog. „babylonischen Gefangenschaft“  Israels (587 – 537 v.C.) in einer semitischen Buchstabenschrift. Seit dieser Zeit gibt es „Bücher“: Der Erfahrungsschatz einer Generation musstee nicht mehr nur ausschließlich mündlich tradiert werden, sondern konnte im Medium der Schrift als einem ‚geronnenen Gedächtnis‘ (Platon) aufbewahrt werden. Wie sehr die Besonderheit dieser neuen Kulturtechnik noch im Bewusstsein derer war, die sie nun anwandten, wird ebenfalls an Platon deutlich. Für ihn war die Schrift, wie er sagte / schrieb, nur eine „Stütze des Gedächtnisses“. Diese gewisse Reserviertheit gegenüber der Schriftlichkeit zeichnete auch Platons und anderer Zeitgenossen Weise des Philosophierens aus, wenn sie die mündliche Lehre und das Gespräch als das „Eigentliche“ bezeichneten („esoterisch“) und ihre Schriften, also all die wunderbaren platonischen Dialoge und Schriften, die uns fast vollständig erhalten sind, nur als unvollkommene Darstellungen ihrer „Weisheit“ für die Allgemeinheit, also die Nicht-Schüler und Nicht-Eingeweihten („exoterisch“) ansahen. Das Schriftliche wurde als geronnenes, fixiertes Wort durchaus als ambivalent und abstrahiert vom lebendigen, gesprochenen Wort wahrgenommen. Sie konnten noch nicht vollständig absehen, wenngleich sie es ahnten, welche Revolution der kulturellen Entwicklung durch Bücher, durch Gesetzes-Corpora, durch schriftlich fixierte Verträge hervorgerufen wurde. Aber es dauerte Jahrhunderte, bis Bücher als ein größerer Schatz denn Gold und Silber erachtet wurden wie bei den (muslimischen) Abbasiden des 8. bis 10. Jahrhunderts (Bagdad, Alexandria).

Eine weitere folgenschwere mediale Umwälzung geschah durch die Verbreitung der Kunst des Buchdruckes. Auch dies dauerte eine Weile, immerhin hatte Gutenberg seine berühmte Erfindung (Strittigkeit hin oder her) schon Mitte des 15. Jahrhunderts gemacht. Aber erst durch die kulturrevolutionären Ereignisse der Reformation wurde der Buchdruck, oder genauer der Druck von Flugblättern, Kampfschriften und Pamphleten, zu einer Art „Massenmedium“ der frühen Neuzeit. Auch hier muss sogleich eingeschränkt werden, dass mit „Massen“ wiederum nicht das breite Volk gemeint ist, sondern das allerdings gegenüber der Antike sehr viel breitere gebildete Stadtbürgertum. Der Buchdruck entwand die Schriftlichkeit der Exklusivität der Kirche und ihrer Klöster. „Bildung“, das heißt lesen und schreiben lernen, war eine Parole der Reformation. Beispielhaft dafür war M. Luthers Schrift „An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ (1524). Die allererste Absicht der Reformatoren war, dass das „Volk“ die Bibel lesen können sollte, aber das Erlernen dieser Kulturtechnik entwickelte durchaus eine Eigendynamik, die weit über die Reformation hinaus führte. Die katholische Kirche wusste genau, was sie tat, als sie sich im Zeitalter der Gegenreformation gegen das allgemeine Lesen und Schreiben aussprach und Druck und Bücher wieder zu monopolisieren und zu indizieren trachtete. Sie pochte auf ihr verloren gehendes „Urheberrecht“ und die alleinige Deutungshoheit der Wirklichkeit. Es fruchtete nicht viel, verzögerte nur manches. In vielen protestantischen Landesteilen wurde schon früh die allgemeine Schulpflicht eingeführt (Straßburg, Pfalz-Zweibrücken, Württemberg), ehe sie ab 1717 für ganz Preußen per königlichem Dekret durchgesetzt wurde. Lesen und Schreiben war die Voraussetzung für eigenes Denken, für  die Lösung von reiner Tradition und vorgegebener Autorität, war die erste Stufe des „Ausgangs aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (I. Kant, Was ist Aufklärung?, 1784). Erst jetzt, seit der Aufklärung, kann man von einer wirklichen Alphabetisierung des Volkes bzw. einer „Demokratisierung der Bildung“ unter den europäischen Völkern sprechen. Nun, bis das alles umgesetzt und Wirklichkeit wurde, dauerte es weitere hundert Jahre. Erst im 19. und 20. Jahrhundert kann man von einem bis dahin nie erreichten Stand der Bildung und Ausbildung (fast) aller Schichten der Bevölkerung sprechen: Die Kulturtechnik des Lesens und Schreibens, des Buch- und Zeitungsdruckes hatte sich durchgesetzt. Ein wirkliches „Massenmedium“ war entstanden.

In der Folgezeit kam es zu weit schneller aufeinander folgenden technischen Veränderungen, die das gesprochene Wort noch einmal ganz anders „konservierten“ und zur sofortigen weltumspannenden Kommunikation nutzten: Telegraph, Telefon, Radio und schließlich das Fernsehen: Tele-Vision. All diese „Massenmedien“ und „modernen“ Kommunikationsmittel, die gerade einmal 150 Jahre alt sind, haben Kultur und Gesellschaft lokal wie international geprägt und verändert. Darüber wären noch Bücher zu schreiben und viele gründliche kulturgeschichtliche Untersuchungen anzustellen. Doch die Entwicklung beschleunigte sich noch einmal durch die Digitalisierung von Wort und Bild: Die „reale“ Welt, die „analoge“, wie man sich selbstbewusst abgrenzend sagt, schuf und schafft sich ihre digitale Vervielfältigung. Das Medium Internet und die Digitalisierung aller Produkte des Geistes schicken sich an, eine neue, weit folgenreichere Umwälzung in Gang zu setzen, die nicht ganz zu Unrecht mit der Durchsetzung des Buchdruckes verglichen wird, die aber vielleicht noch darüber hinaus geht.

Was ist nun aber das Neue und Kultur Verändernde? Die digitale Welt ist per se „grenzenlos“ und dank Internet „instant“ verfügbar. Noch nie war es möglich, Wort, Bild, Ton so schnell allgegenwärtig zu machen, wie es heute der Fall ist. Und ein weiteres, noch wesentlicheres Element: Die „digitale Welt“ (ich nenne es einmal recht unscharf verallgemeinernd so) steht nahezu jedem Menschen zu geringen Kosten weltweit zur Verfügung. Die „Demokratisierung“ kultureller Gegebenheiten und Errungenschaften, die dadurch eingeleitet wird, das heißt ihre allgemeine Verbreitung und nahezu grenzenlose Verfügbarkeit ist beispiellos. Dass dadurch einige Tradition und Autorität ins Wanken kommt, ist mehr als nahe liegend. Der Ruf nach mehr Transparenz, nach Mit-Wissen, Mit-Schreiben, Mit-Reden, Mit-Entscheiden wird nicht mehr zu unterdrücken sein. Es gibt gerade jetzt Ereignisse hierzulande, an denen sich dieses neue Streben und diese kulturelle Entgrenzung (in jeder Hinsicht!) wie an einem Symbol fest macht. Dies Symbol eingeforderter Öffentlichkeit und Transparenz, veränderter Rechte und Rechtfertigungen trägt die Buchstaben ACTA. Von der Sache her war das vielleicht weniger zu erwarten. De facto ist ACTA zu einem (weiteren) Symbol des kulturellen Aufbruchs des digitalen Zeitalters aus den Fesseln der „analogen“ Welt geworden. Große Worte? Ich denke nicht, denn es geht nicht nur um das Urheberrecht als solches, es geht um die Art und Weise, wie kulturelle Güter künftig unter den Bedingungen der Digitalisierung zu behandeln und zu „teilen“ sind. Die soeben erlebten Proteste zeigen das Gären in einer Generation, die sich die Möglichkeiten und Chancen digitaler Kommunikation und digital geteilter Kultur nicht mehr nehmen lassen will. Ein weiters, allerdings negatives Beispiel ist die Lage in Syrien. Massive gewaltsame Unterdrückung und völlige mediale Abschottung scheinen der herrschenden Clique das einzige noch mögliche Mittel zu sein, die alte Macht zu behaupten. Sie steht auf mordenden, aber tönernen Füßen.

Wie alles Neue hat auch diese Zeit und diese Entwicklung ihre Extreme, ihre einseitigen Heilsversprechen, ihre unerfüllbaren Wünsche und Hoffnungen. Aber dass manches über das Ziel hinaus schießt und vielleicht überzogen ist / wirkt, bedeutet ja nicht, dass der Streit und Kampf um die Richtung der Entwicklung einer Kultur des Digitalen nicht angemessen und berechtigt wäre. Die Philosophie der Griechen hat nicht die Gräuel des Peloponnesischen Krieges verhindert, der Buchdruck nicht den Dreißigjährigen Krieg, und die Aufklärung nicht zwei Weltkriege. Auch die digitale Welt wird nicht automatisch friedlicher und menschenfreundlicher werden, als es die bisherige war. Aber der Entwicklungsschub durch die Entwicklung des vernetzten Digitalen ist eben nicht nur ein Schub eines neuen „Massenmediums“, sondern eine Transformation kultureller Möglichkeiten: Gedanken und Gegenstände, Sachverhalte und Ideen, Ausdrucksformen und Willensbildungen, wie wir sie bisher noch nicht kannten in der Menschheitsgeschichte. Veränderungen brauchen ihre Zeit, und es wird dauern und noch mancherlei Brüche in den Umbrüchen geben, auch Reaktionen und Gegenbewegungen, ehe ein neuer kultureller, gesellschaftlicher und politischer Level erreicht werden kann. Zu hoffen ist, dass die Fehler, die dabei gemacht werde, nicht zu groß sind. Und fest zu halten ist, das auch diese Verwandlung der Kultur auf Sprache beruht, auf Schrift und Bild, Ton und Gestik, auf „geronnener Selbstäußerung“ des menschlichen Geistes. Die digitale Welt kann vieles bewegen und verändern, nur eines nicht: Wissen, Weisheit und Erfahrung sind immer nur im Einzelnen aktuell. Das Netz ersetzt nicht den Kopf, der dahinter steckt. Kultur bleibt sprachlich vermittelt. Es ist der Logos, den die alten Griechen so benannten, der das Besondere der Menschenwelt ausmacht.

 12. Februar 2012  Posted by at 12:10 Kultur, Schrift, Sprache, Wissen Tagged with: , , ,  Kommentare deaktiviert für Sprache Schrift Kultur